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A S I E N  1988/89

Gegen Ende meines Studiums kann ich doch endlich einen lang gehegten Wunsch umsetzen und noch für ein halbes Jahr durch die Welt reisen, bevor ein Arbeitsalltag das schwierig macht. Den Teil, den ich mir damals ausgesucht hatte, ist Asien, angefangen in Indien, weil ich naiverweise denke, daß dort die Mehrheit englisch spricht. Mit dieser groben Idee im Kopf kommt mir ein Aushang in einer Bar ganz recht, daß jemand einen Reisepartner sucht. Christine heißt sie, eine Krankenschwester, die ich ein paarmal treffe. Sie will etwa zwei Wochen vorher los, aber wir sind uns grundsätzlich einig und machen Treffpunkte in Indien anhand von Reiseführern aus. Es soll - angefangen mit Indien - über  Nepal nach Thailand und Malaysia gehen. Witzigerweise hat sich beim Praktikum im Sommer ein österreichischer Arbeitskollege geoutet, daß er im gleichen Zeitraum auch nach Asien will. Auch mit ihm tausche ich die ungefähre Reiseroute mit Zeitplanung aus. In internet- und handylosen Zeiten gibt es keine Möglichkeit zu kurzfristigen Absprachen.


1988 - mein Studium neigt sich dem Ende zu. Anfang Oktober schreibe ich meine Abschlußklausuren an der FH Hamburg. Meine Reisepapiere habe ich parallel zu den Vorbereitungen alle besorgt. Hamburg bietet da dieser Hinsicht fast alles, was ich brauche. Die Impfungen konnte ich alle im Tropeninstitut machen lassen, die Visa mußte ich nur teilweise per Post einholen. Glücklicherweise habe ich sogar geschafft, mir eine Kreditkarte zu besorgen, ebenso wie Travellerchecks die bei Diebstahl abgesichert sind. Bei Globetrotter muß ich mich erst einmal ausrüsten, bisher bin ich ja immer nur mit Motorrad unterwegs gewesen. Hier kaufe ich ein paar Trekkingschuhe und einen großen Kofferrucksack. Als Kamera nehme ich meine bewährte Olympus OM10 mit Tokina 50-250mm Objektiv mit, dazu 15 Diafilme. Drei Tage nach der letzten Klausur fahre ich am 14. Oktober mit Mitfahrzentrale nach Kelsterbach zu Freunden, wo ich die letzte Nacht in Deutschland verbringe. Morgens nehme ich die S-Bahn zum Flughafen, letztes Schwarzfahren für dieses Jahr. Am Flughafen trödel ich nach der Gepäckaufgabe (Abreisegewicht Rucksack 11,5kg) so dermaßen rum (weil ich keinen Flieger am Gate sehe), daß ich fast den Abflug verpasse. Ich werde auf das auf dem Vorfeld wartende Flugzeug mit Shuttlebus gefahren.

Nach eine Stop-over in Genf und Kuwait mit vielen Mahlzeiten, die ich alle versuche mitzunehmen (man ist ja Student, ist ja alles bezahlt) lande ich am frühen Morgen um 4:30 in Delhi. Das erste Mal im außereuropäischen Ausland, ich wurschtel mich durch die langwierige Immigration (wo das oft angesprochene fehlenden Rückflugticket als Einreiseproblem nicht auftaucht), tausche am Schalter in der Halle etwas Bargeld und trete mit einem Schritt durch die Glastür nach Asien. So früh am Morgen ist die Luft noch recht angenehm, aber es ist zu spüren wie es tagsüber sein wird. Menschen sprechen auf mich ein, ich suche mir meinen Weg zu einem Bus, der angeblich in die Stadt fährt. Ein
Franzose sitzt noch mit im Bus. Jetzt zeigt sich, daß der Ansatz, daß ein Reiseführer reicht und daß den erst einmal Christine mithat, eine Herausforderung ist. Ich weiß nicht wo ich bin und ich weiß nicht wo ich hin will. Sprachlich flutscht es auch nicht so wie gedacht, mein begrenztes Schulenglisch trifft auf oftmals noch begrenzteres Pidgin-Englisch. Da wo uns gesagt wird, wir wären in der Stadt, steigen wir aus und gehen suchend durch die Straßen. An einem Straßenstand essen wir Buttertoast mit Tee (Wahnsinn ist unser zweite Vorname), um zu zeigen, daß wir angekommen sind. Es rächt sich zum Glück nicht. Wir trennen uns, und ich frage mich durch zu dem Busbahnhof, wo die Busse nach Jaipur gehen. Ein Töfftöff bringt mich für 10Rp dorthin. Der Verkehr ist wirklich chaotisch wie gehört.

Immer noch wach, ich kann in Flugzeugen nicht schlafen, muß ich leider auf den 12:00 Bus im Schatten warten. Wahrscheinlich hält mich nur noch das Adrenalin nach 30 Stunden noch wach. Die ersten Eindrücke von der 5-stündigen Fahrt nach Jaipur sind vielfälltig und für mich wie unwirklich. Die Straßen teilen sich alle von Fahrradfahrern, Tieren und Lastwagen nach dem Motto "der Stärkste hat recht". Überholmanöver ziehen sich angesichts der teilweise geringen Geschwindigkeitsunterschiede ewig hin und sind eigentlich nur mit Hoffnung auf ein nächstes, besseres Leben ohne Verkrampfungen als Mitfahrender zu ertragen. Ab und an gehen sie auch schief wie die Wracks in der uns umgebenden Wüste zeigen. Faszinierend sind auch die Sicherungen der liegen gebliebenden Fahrzeuge durch lose herum gelegte Steine. Ich möchte mir nicht vorstellen nachts hier unterwegs zu sein. Kurz vor der Dämmerung komme ich an und werde beim Aussteigen direkt von einer Meute von Schleppern umringt. Eine ganz neue Erfahrung. Einen wähle ich aus und lasse mich zum Tey Tourist Bungalow bringen, wo ich für 125Rp ein Zimmer bekomme. Der Kurs ist 1DM zu ca. 8Rp, das Zimmer kostet also 14DM. Aber mir ist alles egal, erst mal duschen und schlafen.

Am nächsten Morgen gibt es Toast mit Butter und Ei. Danach will ich mich touristisch betätigen und gehe Richtung Pink City. Ein Rikschafahrer macht mich ohne Schwierigkeiten als Neuling aus und verdingt sich mir für 25Rp für den Tag für eine Rundtour. Nach einer Tempelbesichtigung, dem Pfauentor und dem Palast der Winde geht es allerdings erst einmal in eine Näherei. Hier beginnen eine Kette von Anfängerfehlern in Sachen Reisen, ich gehe erstens darauf ein und kaufe zweitens auch noch Shorts, Hemd und einen Kissenbezug überteuert ein (135Rp). An seinem nächsten Stop, einer Malerei bin ich noch unbedarfter und kaufe für umgerechnet fast 200DM 5 Bilder. Nur im letzten Teppichgeschäft kommt dann mein gesunder Menschenverstand durch und ich weigere mich den Kauf-Drängeleien statt zu geben und belasse es bei der Führung. Mein Rischkafahrer bringt mich noch in die Pink City und meint dann "die Führung wäre jetzt zu Ende". Beim Weitergehen werde ich wiederum angesprochen und in einem Edelsteinladen beschwatzt, daß mein Stein ein blauer Saphir ist und daß er ja wunderbar in meinen Sternzeichen Anhänger passen würde. 20$ und er wäre meiner. Ich habe noch nicht gelernt NEIN zu sagen und kaufe den auch noch. Aber abends im Hotel realisiere ich beim Reflektieren, wieviel ich wirklich ausgegeben habe und nehme mir vor, daß mir das nicht noch mal passieren wird.

Morgens fahre ich für 21Rs nach Ajmer. Im Gegensatz zu meinem ersten Bus ein Linienbus mit Kampf am Schalter und um die Sitzplätze. Mittags steige ich in den Bus nach Puschkar um, die halbe Stunde kostet nur noch 3Rp. Dort lasse ich mich am Bahnhof von einem Schlepper mitnehmen mit dem festen Vorsatz auch Nein zu sagen, wenn es nicht gefällt. Aber es ist eine Oase. Der Name White Hotel ist Programm, es ist vollkommen weiß, hat einen beschatteten Innen Hof und eine schöne Dachterrasse, von wo man bis zum See hinunter schauen kann. Und das ganze für 25Rp, so reicht das Geld auch für ein halbes Jahr. Im Ort gibt es noch eine Überraschung, ich treffe Christine und To Muoi, die von Jodphur einen Tagesausflug gemacht haben. Wir trinken eine Limca zusammen und beschließen den Treffpunkt in Jodphur zu lassen. Hier lasse ich mir noch eine Filzhülle für meine Wasserflasche schneidern, die mit Nässe das Wasser kalt halten kann. Abends dann bei 28°C den Tag auf der Dachterrasse ausklingen lassen.

Hier komme ich schließlich in Indien an und komme etwas zur Ruhe. Das aggressive an Delhi und Jaipur fehlt hier, und ich kann Indien genießen. Ich probiere Lassie und frische Ananas, finde Gefallen an Honey Chapati zum Frühstück und Talis und Curries zum Abendessen. Auch die Preise sind eher wie erwartet, das Lassi für 3,50Rp, das Abendessen für 10Rp und eine Limca ebenfalls für 3Rp. Coca Cola gibt es nicht, als Ersatz nur ein farblich ähnliches Getränk namens Thumbs Up. Die Ruhe Puschkar mit seinem See, den kleinen Tempeln und Gassen trägt dazu bei.

Entspannt reise ich nach zwei Tagen ab und treffe prompt Christine und ihre Freundin auf dem Busbahnhof von Ajmer. Jetzt bleiben wir zusammen und reisen im Expressbus für 35Rp nach Jodphur. Aber Express ist immer relativ. Es gibt trotzdem auf der fünfstündige Fahrt vier Stops mit Pausen. Diesmal weiß auch ich dank Reiseführer wohin es geht, wir übernachten im Tourist Bungalow (50Rp/Person). Diese sind staatliche Einrichtungen und erinnern beim Service und Qualität des Essens stark an staatsgeführte Betriebe der DDR. Unseren Besuch in Jodphur nutzen wir natürlich für die Besichtigung des roten Fort, die Madore Garden und die Jaswant Thada zu besichtigen. Toll. Den Umaid Bhawan Palace schauen wir uns nicht nur an, nehmen ein Tee auf der Terrasse mit Ausblick in die ewigen Gartenanlagen, sondern nehmen auch unser Diner dort zu uns. Das muß man sich mal gönnen, auch wenn die 130Rp erst einmal ein Loch ins Reisebudget schlagen. Ein ausgesuchtes Ambiente mit Sitarmusik im Hintergrund und einer Auswahl von leckerem Essen ohnegleichen. Ich habe schon mehr Geld sinnloser verschwendet - siehe oben.

Morgens stehen wir früh auf und nehmen den Bus nach Bikaner. Am frühen Nachmittag kommen wir an, es sind 37°C. Wen wundert es, Bikaner ist eine Wüstenstadt. Hier ist der Tourismus nicht so ausgeprägt wie in Jaipur oder Jodphur. Wir schauen uns die alte und die neue Stadt, das Fort, aber es kommt alles nicht so an die beiden bisherigen Städte heran. Wir lassen uns über das tourist office Bahntickets für den Nachtzug nach Delhi besorgen (1. class sleeper 240Rp). Abends an meinem Geburtstag geht es los. Inzwischen habe ich Resochin, das Malariamittel abgesetzt, weil ich das Gefühl habe, leicht verschwommen zu sehen und das Mittel angeblich auf die Netzhaut geht. Ich denke nicht daß es damit zusammen hängt, ob ich mir etwas eingefangen habe oder ob es ein Reisekrankheit ist. Nach 11,5 Stunden Fahrt komme ich gerädert und von Wüstensand überzogen in Delhi an, zusätzlich zu meinem leichten Schnupfen von den Ventilatoren in den Zimmern habe ich auch Kopfschmerzen. Nur dank Christine finden wir schließlich im Metropolis Hotel im Main Basar einen Dormitory Platz (35Rp). Wir fahren trotzdem gleich zur nepalesischen Botschaft, um Visa zu beantragen, lernen dabei die Geschäftstüchtigkeit indischer Rikschafahrer kennen, die Fahrten annehmen und losfahren ohne das Ziel zu kennen. Ich döse danach einen Tag im dorm während die beiden anderen sich Delhi anschauen. Tu Muoi fliegt wieder zurück nach Deutschland und Christine und ich fahren am nächsten Tag nach Agra.

Wir checken im Akbar International Hotel ein, sehr schön mit einem kleinen Garten (120Rp/Zimmer). Leider ist es etwas laut. Wir genießen den Garten, schauen uns die Taj Mahal an. Der Garten mit seinem weißen Marmorpalast ist wie eine Oase in der Hektik. Inzwischen habe ich schon gelernt, daß die europäische Höflichkeit hier eher als Schwäche ausgelegt wird und die Antworten auf die Standardfragen eigentlich immer nur auf irgendeine Art von Verkaufsgespräch hinaus laufen. So werde ich kurz angebunden, was aber einige Rikschafahrer nicht davon abhält zwanzig Minuten neben uns her zu fahren und uns den Text "hello mister, 10Rupies to hotel, no problem" zu geben. Mir geht es inzwischen wieder etwas besser, körperliche Probleme hatte ich nicht wie Erbrechen oder ähnliches. Es war nur eine grenzenlose Schlappheit. Geld muß ich auch tauschen, das ist immer wieder ein Erlebnis. Mit meinen Traveller Checks werde ich zu einem Bankbeamten geführt, der diese ganz gewissenhaft in sein Buch einträgt. Dazu werden alle Personalien aufgenommen, das ganze wird dann von einer zweiten Person gegen gezeichnet. Am Bankschalter kann ich dann den Laufzettel und meine Checks gegen Bares einlösen. Mit der neuen Barschaft können wir auch die Bahntickets nach Varanasi kaufen (88Rp, 2 class Hardsleeper).

Nach 16 Stunden Zugfahrt wußte ich zum Schluß nicht mehr wie ich sitzen sollte. Wir checken im Sundeep Hotel in Varanasi ein (70Rp/Zimmer). Da das flaue Gefühl im Magen nicht weg geht, hat mir Christine Antibiotika besorgt. Am nächsten Morgen ziehen wir schnell wieder aus. Ab 5:00 gleicht das Hotel einem Bienenschwarm, der mittels lauter Musik von der Lobby zum Leben erweckt wurde. Der Tourist Bungalow von Varanasi ist dagegen mit seinem Garten mitten in der Stadt Paradies (103Rp/Zimmer). Ich lege mich den ganzen Tag hin, einfach um mal Ruhe zu haben. Christine entdeckt die Stadt und kauft die Busfahrkarten nach Kathmandu (150Rp/Person im De Luxe Bus inkl. Übernachtung an der Grenze - ich weiß noch nicht was das bedeutet und freue mich). Morgens machen wir früh einen Ausflug zu den Chats, um die Morgenwäsche und -gebete dort zu sehen. Danach ruhe ich mich noch aus. Am nächsten Morgen geht es dann mit Bus in 10 Stunden bis zur Grenze.

Dort in gewohnter Mürrischkeit die indischen Immigration und dann - ganz überraschend - eine freundliche lockere nepalesische Einreise. Von kleinen Jungen, die uns einfach nur führen wollen (der Bus war natürlich nur mit Westlern voll) ohne das bisherige Rupie-Mister-give-me-one-Rupie Angebagger werden wir zu einem Guest House gebracht. Hier gibt es noch eine Noodle soup ohne Noodles, aber dafür mal eine echte Cola für 22 nepalesischen Rupies. Erschlafft geht es ins Bett. Knapp drei Wochen war ich in Indien, davon noch ein paar Tage platt gelegen und ich sage "Nie wieder Indien". Aber man sollte nie Nie sagen, es wird nicht das letzte Mal sein.

Verwanzt geht es wieder raus. Total verseuchter Laden. Im Klapperbus geht es noch einmal 10 Stunden weiter bis Kathmandu über eine Polterpiste. Die Strecke wirkt wie neu erschlossen mit vielen Baustellen. In Kathmandu bekommen wir nur ein Zimmer im Kathmandu Guest House für 9US$. Hier wird die US-Währung hoch gehalten. Der $ fällt allerdings derzeit gegenüber der DM, was für meine Travellerchecks nicht gut ist (1,78DM/$). Die nepalesische Rupie steht bei 1US$ zu 26Rs, gegenüber der DM 14RS. Das Tauschen wird hier schwarz gemacht, da ist der Kurs etwas besser. Für 19Rs bekommt man ein Frühstück, für 45Rs eine 0,65l Flasche Bier oder ein Peppersteak mit Beilagen. Schokokuchen in der German Bakery und Steaks sind jederzeit verfügbar. Auch kann ich hier endlich mal meine ausgelesenen Büchern in Exchange Shops tauschen und bekomme neues Lesematerial. Im GPO (General Post Office) schaue ich dann, ob es Neuigkeiten aus der Heimat gibt. Außer Telefon, was unerschwinglich ist, ist die Poste Restante = postlagernd Sendung die einzige Möglichkeit nach Hause Kontakt zu halten. Ich finde neues. Hier auf den Stufen des Post Office lese ich, daß ich meine Abschlußarbeiten ziemlich gut abgelegt habe. Meine ersten Briefe schicke ich auch von hier aus ab und gebe dabei wohl den Wochenlohn eines Rikschafahrers aus. Meine ersten vier Filme kann ich zum Glück zurück reisenden Deutschen mitgeben. Wir schauen uns den Budhanilkantha an, kaufen für den geplanten Trek ein (ich leihe mir einen Schlafsack für 10Rs/Tag aus) und organisieren die Fahrt nach Pokhara. Kathmandu ist gegenüber Indien so richtig Erholung. Es ist auch deutlich kühler durch die Höhe von 1100m über Null. Hier sind es tagsüber jetzt im November nur 19°C.

Nach drei Tagen sind wir allerdings froh Kathmandu verlassen zu können. Es macht faul, man hat hier die Tendenz nur noch abzuhängen. Für 118Rs bringt uns ein Bus bis nach Pokhara, die Strecke ist größtenteils bekannt, wir fahren ein Teil der Strecke der Herfahrt wieder zurück. Das ist nicht das letzte Mal. Ich werde bei der Abreise aus Kathmandu die Strecke fünfmal gefahren sein. Wir bekommen ein Zimmer in einem netten Guest House (Yeti GH) mit Blick auf den See für 150Rs mit Dusche. Hier ist es wärmer als in Kathmandu, es liegt auch 200m tiefer. Der gekaufte Pullover aus Yakwolle ist nicht notwendig. Am nächsten Morgen kümmern wir uns erst einmal um die Trekking Permits. Bei mir gibt es etwas Diskussion, weil ich eigentlich offiziell zu wenig getauscht habe. Ich ziehe mich auf die Aussage zurück, daß ich alles ba bezahle und in $. Schließlich bekomme ich unter Einbehaltung des Wechselgeldes von 20Rs das Permit. Nebenbei haben wir uns einen Träger gesucht, da wir bei dem Ausflug von Kathmandu erkannt haben, daß uns selbst mit kleinem Gepäck schnell die Luft ausgeht. Für 5,50$ wird uns schließlich jemand vermittelt, der uns die 10 Tage begleiten soll. Wir genießen die ruhigen Tage, bevor wir am 10. November auf den Jompson Trek aufbrechen.

Wir haben nur kleine Tagesrucksäcke und haben meinen großen genommen und dort Wäsche und Schlafsäcke hinein gepackt. Morgens um 6:30 geht es zum Treffpunkt an der Agency und dann zu dritt weiter zum Shining Hospital (40Rs). Nach Suikhet fahren wir mit 12 Mann auf einem russischen Jeep, der eigentlich nur 8 Sitzplätze hat. Und dann heißt es Laufen. Die ersten Kilometer sind auf Straßen, aber dann geht es auf Pfade in die Berge hinein. Bergauf/bergrunter geht es über einen 1700m Paß bis drei Uhr bis Birethani (Doppelzimmer 15Rs). Nach den ersten 13km haben sich meine neu gekauften Trekkingschuhe, die ich hier das erste Mal trage, bewährt. Außer einer kleinen Blase am Zeh habe ich nichts. Das Bad ist der Fluß unter der Hängebrücke. Am nächsten Tag sind wir schon um 13:00 in Ulleri, unserer nächsten Station. Die Strecke hierher war aber auch Quälerei. An der Sonnenseite eines Hanges ging es anderthalb Stunden lang Stufen hoch. Das Namaste Hotel hier ist billiger und besser als das GH in Birethani. Wir stehen wie alle früh auf und wollen sehen, daß am frühen Nachmittag schon eine Unterkunft haben. Die Dunkelheit bricht gegen 18:00 Am sehr schnell herein und die Orte sind nicht dicht gesät.

Am nächsten Tag gehen wir über den Ghorapanipass mit seinen über 2800 Metern bis Chara. Hier waren wir schon gegen drei, unser Führer meinte aber, wir würden es no0ch locker bis Tatopani schaffen. Ich bin dann schnellen Schrittes weiter gegangen und habe gleich nach meiner Ankunft ein Zimmer gesucht (7Rps/Bett), weil es schon fast fünf war. Christine und Träger kamen erst bei Einbruch der Dunkelheit. Nach einem Stück apple pie habe ich mich im Fluß kurz abgewaschen. Heute war hart, 20km und 2500 überwältigte Höhenmeter. Jetzt sind wir wieder auf knapp 1200 Meter runter. Meine Schuhe machen sich gut, aber Christine hat sich in ihren alten Trekkingschuhen Blasen gelaufen und trägt jetz Birkenstock mit dicken Strümpfen. Außerdem hat sie auch noch Probleme mit den Knien.

Nach einem banana porridge geht es morgens weiter. Wir versuchen immer früh los zu gehen, weil es ziemlich warm wird, sobald die Sonne in die Täler scheint. Nach 15 ereignislosen Kilometern haben wir in Ghasa Übernachtunsquartier bezogen. Es ging in leichten Schwüngen rauf und runter, auch mal durch ein Tal und einen Fluß, ich war froh daß sich meine Schuhe so gut machen. An einer Raststation auf einem Paß mit einer super Aussicht werfe ich einen Blick über die Schulter über die Mauer hinter mich. Ein Riesenberg leerer Cola Flaschen. Ich beschließe keine Cola mehr zu trinken. Wenn man mal genauer drüber nachdenkt, muß sich von Trägern hier herauf gebracht werden, was natürlich Geld kostet und den steigenden Preis seit Pokhara erklärt. Später erzählt ein Wirt, daß 40% der Flaschen beim Transport kaputt gehen. Für den Rücktransport wendet natürlich keiner mehr Geld auf. Abends haben wir mit einem anderen Paar noch einen netten Abend gehabt. Sie konnte schon von der ganzen Welt erzählen, sehr beeindruckend, sie war knapp 10 Jahre älter als ich. Der nächste Tag war der einfachste der ganzen Tour, war wie ein Spaziergang im Wald. Nach Kaalopani ging es runter in ein breites Flußtal, wo uns ein starker Rückenwind anschob. Ich fühlte mich mit meiner Bolle Irex Brille und eingepackt wie auf einer Expedition, als wir die steinige Wüste bis nach Tukuche stiefelten. Wir gingen getrennt, weil wir vollkommen unterschiedlich Tempi hatten. Der Träger blieb immer bei Christine. Mitten im Tal stand eine Hütte, die eine Art Raststelle darstellte, wo man sich mal ausruhen konnte. Drei Stunden schob uns der Wind durch die Wüste. In Tukuche habe ich wieder einen leckeren Apfelkuchen (genannt Apple Momo) gegessen. Das scheint hier eine Apfelgegend zu sein, Äpfel sind hier sogar günstiger als in Pokhara. Wir sind in der Himali Lodge abgestiegen. Die 2500Meter Höhe machen sich abends bemerkbar, die ganzen Lodge Gäste versammelten sich im Aufenhaltsraum zum Quatschen.

Am nächsten Morgen ging es nach Jompson, nach guten zwei Stunden waren wir schon hier. Nach einer kurzen Pause und dem Police Check Post zum Abstempeln unseres Permits gingen wir weiter nach Kagbeni, weitere 2,5 Stunden, diesmal mit Gegenwind. Da die Sonne im Rücken steht habe ich inzwischen einen Sonnenbank auf den Waden. Unser Träger fängt an zu nerven, nachdem er gestern noch unbedingt bis Marpha wollte, was wir ablehnten (hätten wir im Nachhinein auch nie geschafft), wollte er heute nicht weiter als Jompson. Da kamen wir aber schon vor Mittag an. Dann kam er als nächstes mit der Forderung, daß er dann mehr Geld braucht. Wir sind inzwischen ziemlich genervt, haben ihm 100Rps, die wir ihm ohnehin als Trinkgeld gegen hätten, schon jetzt gegeben. Im GH spricht uns einer an, der uns Schmuck verkaufen will. Da ich nicht mehr viel Bares habe, will ich eigentlich eher nicht. Aber er bietet sogar Schwarztausch zu einem brauchbaren Kurs an und so werden wir uns handelseinig. Ich kaufe für 475Rps zwei Ketten von ihm. Tukuche ist ein sehr untouristisches Nest, ganz anders als Jompson daß dank seines Flughafens als Ausgangspunkt für alle Kurztouristen mit Trekkingambitionen dient. Abends ist es hier empfindlich kalt, wir sind auf 2700Meter. Abends im Aufenthaltsraum stellt die Wirtin eine Kohleschale unter den großenn Tisch und hängt einen Teppich als Tischdecke (vielleicht ist es sogar nur eine sehr dicke) über Tisch und Beine. Es dauert nicht lange und alle haben die Pullover ausgezogen, so warm ist es.

Am nächsten Tag gehen wir ohne Träger hoch nach Muktinath. Es sind nur 15km Kilometer, aber noch einmal 1100Meter Höhenunterschied. Hier ist alles karg, das Dorf auf dem Weg ebenso. Die Kinder sehen alle ungewaschen aus, aber wen wundert es. Wasser ist hier eher Mangelware. In Muktinath die Ruhe der Berge und die Aussicht genossen. Die Höhenmeter nehmen auch mich etwas mit, man wird doch deutlich kurzatmiger. Ich bewundere die Leute, die den Weg über den 4000Meter Paß kommen. Sie erzählen von Schnee und noch mehr Problemen, aber inzwischen glaube ich, daß ich auch als eher unsportlicher durch die Aklimatisierung das schaffen würde. Nach diesen aufbauenden Gedanken machen wir uns wieder auf den Weg hinab.

Der Weg hinunter ist begreiflicherweise leichter. Wieder geht es durch das ätzende Steintal bis nach Jompson. Es kommen uns nur wenige entgegen. Die Saison geht zu Ende Wir nehmen wieder die Himali Lodge in Tuchuche, eine Rückkehr in die Zivilisation. Wir können uns wieder aus Eimern waschen und es gibt als Luxus auch wieder Apfelkuchen. Es wird auch immer kühler, nachts sind es selbst im Zimmer der Lodge nur noch 8°C. In Kalopani trinke ich auf dem Paß wieder einen Tee mit Minzblatt, der so gut schmeckt und genieße die Aussicht in die Berge. Die gibt es eigentlich nur früh, ab dem späten Vormittag ziehen die Bergspitzen alle zu. Um 13:30 kommen wir in der Eagle Nest Lodge in Ghasa an und belohnen uns mit einem Apple Momo. Die Aussicht in die Berge können wir nur bis drei genießen, dann wird es langsam dunkel. Das Zimmer kostet 25Rps, der Verzehr 95Rps. Leider kommt noch eine ganze Gruppe Bayern, die meinen sie müßten alle mit ihrer Lautstärke unterhalten.

Nach Müsli mit Milch und Honig brechen wir morgens früh auf. Es ist fast ein Spaziergang, aber dadurch daß es immer wärmer wird, ist es doch schweißtreibend. Unser Träger überrascht uns mit der Nachricht, daß er jetzt kein Geld mehr hat. Er hätte 500Rps mit genommen und die wären jetzt alle. Widerwillig geben wir ihm noch einmal 100Rps, weil überzeugt sind, daß das geplant war. Wir sind früh in Tatopani in der empfohlenen Kemala Lodge. Die Speisekarte ist viel versprechend, aber als das Essen kommt, ist es eher enttäuschend. Verwürzt und die Bestecke sind schmierig.

Das scheint nicht ohne Folgen zu sein. Nachts habe ich Durchfall und komme morgens kaum los. Die körperliche Anstrengung rächt sich gleich und noch am Ortsausgang kotze ich an eine Mauer. Ich ging trotzdem weiter, wir hatten ja noch drei Tagesetappen vor uns und das Permit ist auf 10 Tage begrenzt. Aber ich brauche immer wieder Pausen und nach 2,5 Stunden Quälerei machen wir in Tiplijang Station, wo ich mich nur noch ins Bett lege. Abends versuche ich meinen Magen mit gekochten Eiern und Reis zu beruhigen und lege mich nach Einnahme von Kohletabletten nur noch ins Bett. Morgens fühle ich mich recht ausgeruht und esse noch etwas Reis vor dem Aufbrechen. Aber so schnell geht das nicht vorbei. Nach ein paar Kilometern lehne ich wieder an der Mauer. Danach fühle ich mich besser, und wir schaffen es bis Beni.

Am nächsten Tag geht es wenigstens ohne Magenprobleme weiter, ich bin einfach nur schwach. Aber der Weg ist zum Glück die ganze Zeit relativ leicht. Nur der letzte Aufstieg nach Kusma bringt mich an meine physischen Grenzen. Oben zeichnet der Officer mein Permit ab, das eigentlich heute endet. Wir steigen im Friendly Hostel ab.

Am nächsten Tag ernähre ich mich hauptsächlich von Cola und wir schaffen es zügig vier Stunden zu gehen. Die Strecke ist langweilig, teilweise auf Buckelpisten entlang von Bergen entlang in der prallen Sonne. Mittags esse ich mit unserem Träger mutigerweise zusammen ein Dhal mit Fisch und Linsen für 20Rps. Einen Ort weiter sehen wir einen Pickup, der gerade entladen wird und fragen, ob er zufällig nach Pokhara fährt – und er fährt. So sparen wir uns eine Stunde langweiligen Fußmarsch und sind trotzdem erst gegen halb sechs in Pokhara. Der Träger hat uns beim Abschied nochmals angebettelt, aber da hatte ich überhaupt kein Verständnis für. Er hat zusammen genommen von uns 1600Rps für die 10 Tage bekommen, aus meiner Sicht ein sehr guter Stundenlohn. Wir bekommen leider kein Zimmer mehr im Yeti GH, aber über Empfehlung im Morales GH, was uns auch gefällt. In Pokhara genießen wir die Annehmlichkeiten der Zivilisation wie warmes Duschen und leckeres Essen.

Die nächsten beiden Tage ruhen wir uns nur aus, bis wir am Samstag 27. November den Bus nach Kathmandu nehmen. Die Flüge sind leider alle ausgebucht, sonst hätten wir uns dem Luxus gegönnt. Acht Stunden auf der Buckelpiste wieder zurück nach Kathmandu, dort steigen wir wieder im Hotel Star ab. Leider hat es jetzt Christine mit Magenproblemen erwischt.

In Kathmandu klären wir unser Weiterkommen und planen unsere letzte Zeit in Nepal. Nepal Airlines ist leider bis kurz vor Weihnachten nach Bangkog ausgebucht, aber bei Thai Airways haben wir sogar freie Auswahl und entscheiden uns. Der Platz kostet 180US$. Im GPO hole ich meine Post ab und erfahre meine restlichen Prüfungsergebnisse. 70Rps investiere ich in Briefmarken und teile allen meine nächsten Reispläne mit, damit ich auch in Bangkog auch wieder Post erwarten kann. Beim Immigration Office hole ich mir mit meiner frischen Wechselbestätigung eine Verlängerung für die 4 Tage bis zum Flug und bei der Thailändischen Botschaft ein Visum für Thailand. Ein ziemlich planloser Laden, dafür ist es für Deutsche tatsächlich umsonst.

Für die restlichen Woche Nepal hatten wir uns einen Besuch im Chitwan National Park vorgenommen. Am 29.11. suchen wir etwas planlos den richtigen Busbahnhof, erwischen den richtigen Bus aber gerade noch rechtzeitig. 7:00 fährt er pünktlich ab, 7:20 hat er einen kleinen Unfall, der uns in der

Fahrtzeit eine Stunde zurück wirft. Buckelpiste die vierte, wieder Mittagsrast in Mugling, um 14:00 sind wir in Tandi Bazar, wo wir in einen Ochsenkarren umsteigen. Ein harte Stunde später sind wir für 15Rps im Dorf vor dem Park angekommen. Alle Lodges kosten das gleiche und wir, nämlich 60Rps. Wir nehmen ein Doppelzimmer im Rapti Lodge. Hier sind auch Moskitonetze notwendig, dafür ist es hier deutllich wärmer als in den Bergen - 23°C.

Am nächsten Tag fangen wir gleich an mit dem touristischen Programm. Für 65Rps Eintritt und 151Rps Tour Fee geht es erst einmal ins Kanu. Leider sehen wir auf der Kanutour außer ein paar Vögeln nichts, die angekündigten Krokodile schlafen wohl noch alle. Danach geht es noch auf einen Dschungelspaziergang, aber auch hier sind die Tiere nicht bereit, sich uns zu zeigen. Außer ein paar Affen sehen wir nichts. So sind wir am frühen Nachmittag nicht wesentlich weiter wieder zurück in der Lodge. Christine macht noch einen Elefantenritt und sieht dabei sogar noch Rhinozerosse, ich entscheide mich für den Jungle Drive für 265Rps am nächsten Tag.

Mittags geht es los, aber leider nicht weit. Der Fahrer des russischen Jeeps fährt zu untertourig in den Fluß, den er durchqueren muß und der Wagen säuft ab. Wir werden mit Ochsenkarren wieder heraus gezogen. Die Batterie ist leer und somit ist die Tour zuende. Das Geld gibt es teilweise zurück, für uns zu Fuß durch den Fluß. Am nächsten Tag, dem 2.12. fahren wir mit einem Expressbus zurück. Nach Tandi Bazar gehen wir zu Fuß, ein leichter Marsch von 50 Minuten. Die Busfahrt ist ein Erlebnis, der Fahrer rast so, daß ich auf der letzten Bank bis an die Decke geworfen werde. An einem Stop springt der Bus nicht mehr an und muß angeschoben werden. Und als nächstes geht er einfach an einer STeigung aus. Es stellt sich heraus, daß das Benzin alle ist. Toll.

Die restlichen Tage verbringe ich mit Rumhängen, Einkaufen und einem Ausflug nach Bakdapur, wo ich mir die alte Stadt anschaue, die mit deutschen Mitteln wieder restauriert wurde. Sehr schön. Die Schnitzereien im Pujahari Tempel sind der Wahnsinn. Mit dem Bus geht es wieder zurück, einem alten Möbelwagen. Soo sieht er jedenfalls aus, ist ein geschlossener Kasten, in den hinten Fenster rein geschnitten und Bänke rein gestellt wurden. Es gibt sowieso viele Fahrzeuge mit deutschen Aufschriften, es scheint ein lohnenswertes Geschäft zu sein mit so einem Fahrzeug hierheur zu fahren und es hier zu verkaufen. Auch meine Wäsche lasse ich noch einmal waschen für 37Rps. Auch zum Swayambunath steige ich die ewig lange Treppe hinauf und genieße die Aussicht und Ruhe, die dieser Ort des Auge des Buddhas ausstrahlt. Es macht Spaß hier einfach zu sitzen und alles zu beobachtten, die Touristen, die Mönche, das ganze begleitet von dem Klingen der Glocken und dem Rollen der Gebetsmühlen.

Auf dem Rückweg gehe ich durch die Freak Street, das „Zentrum“ der Traeller. Es soll hier billigere Zimmer geben, sieht aber alles nur ein wenig verkommeneer aus als in Thamel. Der Tee, den ich hier probeweise trinke, kostet auch nicht weniger. Thamel ist schon eine gute Wahl. Das Essen ist gut und günstig (um die 60Rps für viel) und die Übernachtung mit 45Rps pro Nacht ebenso. Auch hat man hier alles was man braucht. Aber es geht mir wie bei meinem ersten Aufenthalt, irgendwann reicht es. Auch das Wetter wird immer herbstlicher, morgens bleibt es immer länger diesig bis mal die Sonne raus kommt.

Am 6.12. sind wir dann schließlich abfahrtbereit. Mein großer Rucksack ist so voll mit Souvenirs, die ich von Bangkog nach Hause schicken will, daß ich schon meinen dünnen Baumwollschlafsack in meinen Tagesrucksack nehmen muß. Auch ein zweiter Satz Filme soll von Bangkog aus nach Hause geschickt werden, die ersten Rollen habe ich schon Tu Muoi und in Nepal einem deutschen Päärchen mit gegeben. Mutti habe ich gebeten, mir als ersatz für das unhandliche Fahrtenmesser ein Bundeswehrtaschenmesser von Ingo besorgen zu lassen. Und Vati hat mich auch gefragt, obi ch ein Care Paket wolle. Aber mir fällt eigentlich nicht einmal etwas ein. Dann wird es aber noch einmal stressig. Wir haben schon die letzten Tage versucht bei der Thai Botschaft undere Visa zu bekommen, aber am Wochenende war sie begreiflicherweise geschlossen und gestern, am Montagg den 5.12. war der Geburtstag des thailändischen Königs, und deswegen war sie auch zu. Um kurz vor eins soll der Flieger abheben, wir nehmen uns ein Taxi zur Botschaft und sind um kurz nach acht dort. Dort gibt es aber erst einmal eine schlechte Nachricht, unsere Visa sind nicht fertig, weil sie die nepalesischen Visa für die Bearbeitung brauchten. Also abgegeben und anderthalb Stunden später endlich unsere Visa in Empfang genommen. Draußen wartete natürlich unser Taxi nicht mehr. Der immer mitfahrende Unterhalter/Mechaniker hatte er allerdings zurück gelassen und der erklärte uns, daß unser Taxi mit unserem Gepäck nur kurz einen Trip angenommen hätte und gleiich wieder kommen würde. Wir sprangen fast im Dreieck. Aber glücklicherweise tauchte es wirklich nach 10 Minuten wieder auf und wir machten uns auf den Weg. Am Flughafen ging alles seinen Gang, wir waren zwar nicht ganz pünktlich, mußten aber im Endeffekt doch noch etwas warten, bis der Flieger pünktlich abhob.

2,5 Stunden später landeten wir in Bangkog, voll mit gutem Essen. Immigration war durch organisiert, alles anders als bisher. 200DM tausche ich erst einmal zu einem Kurs von 1:14,35Bhat. Draußen vor dem Eingang wartet die 35° heiße schwüle Wand auf uns, wir nehmen wir eines der innoviziellen Taxis, die 50Bhat billigeer sind, weil sie etwas seitwärts stehen. In einer Seitenstraße der Khao San Road nehmen wiir uns ein Zimmer im Chusir GH, das kostet uns 40BT/Nacht pro Person. Bangkog ist für mich faszinierend, pulsierend, modern nach allem was ich die letzten zwei Monate gesehen hatte. Essen könnte ich mich reinsetzen, alle Leute sind freundlich.

Am nächsten Tag ist der erste Gang zum GPO, das man am leichtesten mit dem Flußboot erreicht. Ich hole meine Post ab und entdecke Raimung Mödlhammer, mit dem ich seit der Abfahrt in Kontakt bin, weil wir uns treffen wollten. Welch ein Zufall. Wir trinken zusammen was und machen uns dann auf die Suche nach Diafilmen. Wir fotografieren Diafilme, was hier nicht ganz so gängig i st. Beim Zusammenlegen unseres Kaufes können wir noch etwas handeln und ich bekomme 5 Stück für 600Bt, das sind etwa 45DM. Nur beim Entwicklungspreis von 45Bt will er nicht runter. Danach war ich für 25Bt das erste Mal seit zwei Monaten wieder beim Friseur. Nach vielen little, little, more little waren sie so kurz wie ich mir das vorstellte. Für den 9. Dezember kaufe ich mir ein Busticket nach Chiang Mai, das inklusive Übernachtung und Imbiss 160Bt kostet. Die verbleibenden Tage fülle ich mit Eindrücke-Sammeln und Einkaufen. Die Khao San Road ist eine gute Gegend für Einkaufen, aber ansonsten wirkt sie ziemlich runter gekommen und schäbig. Ein billiger Walkman wird mich in Zukunft begleiten. Raimung verabschiedet sich, weil er schon weiter Richtung Süden will. Wir machen einen Treffpunkt auf Phuket aus. Christines und meine Wege werden sich auch trennen. Es paßte von Anfang an nicht so recht und war nur eine Zweckgemeinschaft. Aber inzwischen fühle ich mich auch sicher genug alleine weiter zu kommen. Ich schaue mir auch das glitzernde Wat Phra Keo an, ansonsten halten sich meine touristischen Interessen eher in Grenzen.

Die 10,5 stündige Busfahrt in dem AC Bus ist schlimm wie alle Busfahrten für mich, ich kann im Sitzen nicht schlafen. Dazu kommt hier noch eine thailändische Besonderheit, die maximale Ausnutzung der Klimanlagge, die mir erst nach der Abfahrt den Nutzen der ausgeteilten Decken erschließt. In Chiang Mai läuft nicht alles nach Programm. Der angekündigte Shuttle Bus ist nicht da, wir gehen zu Fuß zum GH. Dort ist das Zimmer nicht frei, ich kann mir aber immerhin die Zähne putzen. Nach einem Frühstück heißt es, daß garkeie Zimmer frei sind und wir in ein anderes Haus ziehen müssen. Nervig. Die freie Nacht nutze ich noch, am nächsten Tag ziehe ich um in die Jugendherberge (40Bt).

Ich klappere über Tag alle möglichen Agencies ab und prüfe die Angebote der Treks. Aber es hört sich immer gleich an. Erst am nächsten Tag finde ich etwas, was sich anders anhört. Es geht in die Gegend von Chiang Rai, es sollen nur 6 Leute mitgehen, dafür ist es aber auch teurer (1300Bt). Finanziell schon ein großer Batzen für mich, aber in Anbetracht der Tatsache, daß ich sogar schon überlegt habe, das Trekken ganz sein zu lassen, hört sich das noch am besten an und ich buche es. Es soll schon am nächsten Morgen los gehen und geht vier Tage/drei Nächte.

Am 12.12. geht es morgens mit dem Bus nach Chiang Rai und dann mit Kleinbus zu einer Speedboat Anlegestelle. Mit einem ebensolchen fahren wir eine Stunde den Kok hinauf. Wir, das sind zwei Neuseeländer, ein australisches Päärchen und ein Australier. Nach dem Trek wird sich mein Schulenglisch wohl deutlich verbessert haben Dorf. und bekommen dort eine Hütte. Es wird für uns lecker gekocht und Bee, unser Führer, erzählt uns ein wenig über die Bergvölker und ihre Probleme mit der Regierung. Ich entschließe mich aauf der Veranda zu schlafen, weil es drinnen morgens laut werden soll.

Das hätte ich lieber nicht machen sollen, es wird eine kalte Nacht in meinem Baumwollschlafsack. Wir sind hier bei den Lahn, einer ethnischen Minderheit in Thailand. Uns werden handwerkliche Kleinigkeiten angeboten, aber lange nicht so aufdringlich wie in Nepal. Das Gehen ist hier anstrengender, auch weil die Hitze hier an der Kondition zehrt. Die Wege sind teilweise festgetretene Trampelpfade. Ich bin froh über die Trekkingschuhe. Das nächste Dorf ist ein Akha Dorf. Hier tragen viele Frauen Hüte, die über und über mit Silbermünzen besetzt sind. Bee kauft für 100Bt ein Huhn, daß er uns heute abend zubereiten will. Abends singen uns die Erwachsenen und Kinder Lieder und Weisen vor. Sehr schön.

Diese Nacht ist angenehmer, ich werde morgens erst von den vielen Hähnen geweckt. Kurz danach setzte wieder das Stampfen der Kornmühlen an. Nach leckerem einfachen Frühstück geht es weiter, heute geht es über kleine Dschungelwege voran, erst kurz vor unserem Nachtlager, einem Yao Dorf, gehen wir ein Stück Straße. Im Gegensatz zu den letzten Dörfern ist hier schon etwas Zivilisation eingekehrt. Es gibt alle möglichen Soft-Drinks, die Hütten sind oft mit Wellblechdächern. Nur die Bewohner sind teilweise noch traditionell gekleidet, die Frauen mit einer Art Turban. Ich kaufe hier ein kleines besticktes Täschchen, das ist vielleicht für meinen Walkman nutzen kann. Am nächsten Morgen geht es für mich auf einem Pick Up zurück an die Hauptstraße. Die anderen hatten noch Wasserfall gebucht und ich hatte Durchfall, wollte eher zurück. An der Agency in Chiang Mai hole ich meinen großen Rucksack wieder ab und checke im Youth Hostel für 60Bt wieder ein.

Der Trek war ganz anders als der in Nepal, mehr menschenbezogen. Landschaft war zwar auch schön, aber im Dschungel sah man nicht viel. Die Leute waren weit weg davon wilde Stämme zu sein. Auch fehlte das Aufdringliche von touristenverwöhnten Besucherwilden. Aus Erzählungen anderer habe ich ganz andere Geschichten gehört. Die Touren hörten sich nicht nur gleich an, sondern wurden auch teilweise zusammen gelegt von verschiedenen Agencies, um gefüllt zu werden. Sie führten dann eher auf so einer Art Touristen Highway entlang. Insofern war die Tour unserer irisch geführten Agency (GEM Tours) wirklich Gold wert. Auch beeindruckend war die Tatsache, daß unser Führer mit seinem Träger das ganze Essen mitgeführt hat, sofern er es nicht frisch kaufen konnte. Respekt.

Ich kämpfe immer noch mit leichtem Durchfall, habe mir auch in einer Apotheke Tabletten geben lassen. Allerdings habe ich meine Ernährung auch nicht wirklich angepaßt, ich esse alles was mir gefällt. Am nächsten Tag miete ich für 100Bt eine Honda Dream 100 und fahre mit ihr in einer Stunde zu dem Elefantencamp. Dort angekommen bin ich angesichts der frühen Stunden ziemlich durchgefroren. Das Camp ist touristisch gut durchorganisiert, aber es ist noch nichts los. Es gibt Elefantenwaschen und -arbeiten zu sehen. Danach kann man sich noch über den Platz schauckeln lassen. Ich schauckele wieder zurück und besuche auf dem Weg eine der Orchideenfarmen am Weg. Wieviele Orchideen es gibt, wußte ich vorher nicht, sogar eine kleine Schmetterling-Ausstellung war auch angeschlossen. Nach einer kurzen Pause in Chiang Mai nutze ich das Moped noch für einen Ausflug nach San Kamphaeng, wo ich Lackwarenfabriken besichtige. In Bo Sand, ein Stück weiter, schaue ich mir noch das Zentrum der Seidenschirmherstellung an.

Nach dem Abgeben des Mopeds mit Tanken (8,86Bt/l bei 2,5l/100km Verbrauch) esse ich wieder mal im Chinesenviertel ein gebratenes Hühnchen für 40Bt, danach einen Eierpfannkuchen mit Kondensmilch und Zucker, süß aber lecker für 3Bt. Für morgen früh habe ich mir ein Busticket nach Sukothai gekauft, als Station auf dem Weg nach Bangkog, es kostet 72Bt. Nach 5,5 Stunden bin ich in Sukothai, gestern versuchten sie mich mit einer angeblichen Fahrzeit von einer Stunde mehr für den angeblich schnelleren AC Bus zu begeistern. Aber der hier ist ganz in Ordnung, er hat nur als Nachteil Video. In Sukothai führte mich die einzige Karte, die ich in den Händen behielt, zusammen mit einem Australier und einem Dänen zum Yupa GH, wo wir uns für je 40Bt ein Dreibettzimmer teilen. Wir machten auch einen kurzen Rundgang und endeten auf dem Nachtmarkt, wo wir nach drei Flaschen Mekong Wiiskey mit Cola und vielen Latis (diese Eierpfannkuchen) fast die letzten waren, die ihn verließen. Die Nacht war hart, David und ich verdauten einmal oral und Ken erzählte mir, daß er unter größter Körperbeherrschung liegne bleiben konnte. Nach einem ordentlichen Frühstück ging es uns wieder gut.

Ich schaue mir die alten Königs-Anlagen in Alt Sukothai an. Es gibt mir aber nicht so viel und war sehr schwül. Auch Sukothai gibt nicht viel her, so hatte ich mit Ken beschlossen am Abend schon weiter zu fahren. Wir nahmen den Bus nach Pitsanoluke, werden dank eines Zettels in Thai von unserer Wirtin auch richtig abgesetzt, so daß wir nur eine halbe Stunde Fußmarsch zum Bahnhof haben. Am Bahnhof bekommen wir problemlos die Tickets für den Nachtzug für 69Bt + 30Bt Expresszuschlag. Der Zug ist besser, wenn auch teurer als der AC Bus. Ich kann mich über eine ganze ausbreiten und döse mindestens einen Teil der Strecke. In ersten Morgenlicht fahren wir in Bangkog ein und ich fahre mit Ken ins Chussri, wo wir ein Zimmer bekommen. Leider enden meine Pläne auf Amex Karte Geld zu bekommen total erfolglos. Auf Amex kann ich nur Travellerchecks in $ kaufen, habe dann dafür zweimal Gebühren. Im Endeffekt habe ich keine andere Wahl und mache es. Abends shoppe ich noch ein wenig in Sachen T-Shirts, Turnschuhe und Moskitonetz. Die Turnschuhe sind nicht einfach zu finden, meine Größe ist nicht gerade gängig in Thailand. Ich finde sie schließlich in einem großen Kaufhaus, das sich hinter keinem in Europa verstecken braucht. Alles drin, große Auswahl, kein Handeln. Im Restaurant in der obersten Etage esse ich ein Eis. Daß ich in Thailand bin sehe ich ann den Kakerlaken, die über den Boden huschen.

Am 20.12. mache ich mit Ken zusammen die von Gudrun empfohlene Klong Fahrt, die eher eine Rundfahrt ist und eine Kombination von Busfahrt und Speedboat Fahrt. Sehr relaxed, hier ist wirklich kein anderer Touri zu sehen. Nachmittags schicke ich mein Paket zurück nach Hause, in ihm sind neben einigen Souvenirs auch das erste Tagebuch, die Trekkingschuhe, die dicken Yak Pullover aus Nepal und das Fahrtenmesser. Kleines Problem war das Auffinden des deponierten Kartons und das Ausfüllen der Zollerklärung auf Französisch. Beides ließ sich aber lösen und für 395Bt ging das Paket per seamail auf die Reise. Ken will die Filme bis Film Nummer 18 mitnehmen und in Flensburg in der Post abgeben. Teilweise lasse ich Filme nicht in Thailand entwickeln, weil ich 100ASA Filme auf 400ASA belichte. Das kostet hier unverhältnismäßig viel. Ich schaue mir hier noch das Wat Phra Keo an, das ich fast für schöner, weil ruhiger als den Königspalast finde. Von seinen hohen Türmen kann man wunderbar über Bangkog schauen.

Am 22.12. habe ich mich per AC Bus auf den Weg nach Phuket gemacht (320Bt AC Bus). Morgens bin ich nach einer weiteren durchwachten Nacht um 5:30 angekommen, ich habe erfolgreich alle Angebote überteuererter Transfers nach irgendwo ausgeschlagen und bin losgelaufen, nach 10 Minuten an einem Minibus Bahnhof angekommen und den Pickup nach Nai Harn Beach genommen (20Bt). Nach einem kleinen Fußmarsch bin ich in den Restaurant angekommen, das ich mit Raimund ausgemacht hatte und dort saß er auch schon. Wir haben erst einmal Neuigkeiten ausgetauscht und dann hat mir Raimung zu den Sunset Bungalows in Hanglage zum Strand gebracht. Wir teilen uns hier einen Traumbungalow für 40Bt pro Nase mit Aussicht und gemeinsamer Dusche. Das erste ist Badehose raus und rein ins warme Naß. Was für eine Erholung nach guten zweieinhalb Monaten Reisen. Ich schrubbe ein erstes Mal die Birkenstöcker, sie sind total schwarz, genauso wie meine Füße abends in Bangkog.

Mit Raimund philosophiere ich, ob man nicht mit Boot irgendwie nach Sumatra kommen könnte. Wir wollen die nächsten Tage versuchen, einen Segler zu finden. Eigentlich wollte ich per Bahn fahren, aber die Bahnstrecke ist angeblich zweimal unterbrochen. Es soll angeblich eine Möglichkeit geben, an der Küste nach Malaysia einzureisen. Wir klappern alle möglichen Orte ab, selbst Padang. Aber wir werden für unsere Idee nirgendwo fündig. Grund ist wohl auch, daß zur Zeit Südost Wind herrscht und alle eher über den indischen Ozean fahren. Weihnachten „feiern“ wir mit einem guten Essen im Coconut am Strand. Das Wetter ist ähnlich wie zu Hause, dort sollen auch regnen bei 8°C, hier gibt es einen Tropenschauer bei 28°C. Schlafen tue ich hier wie ein Toter, es ist total erholsam. Vielleicht ist auch der Streß immer etwas neues entdecken zu müssen im Moment die Ursache, mit anderen Worten: vielleicht ist erst einmal die Luft raus oder ich genieße die Faulheit. Ich resümiere auch ein wenig meine bisherigen 10 Wochen Reisezeit und dem nicht-empfundenen Weihnachten. Indien sage ich "Nie wieder" (aber es zeigt sich, daß es doch wieder reizt) weil ich mich fühlte wie die auszubeutende Kuh. Nepal war schön, auch mich als Nicht-Wanderer haben die Gebirgspanoramen tief beeindruckt. Thailand ist bisher extrem einfach zu bereisen, dabei aufregend und interessant. Beim Überschlagen zeigt sich, daß ich im Schnitt fast 250DM/Woche brauche, dabei habe ich einiges eingekauft.

Am 27.12. entscheiden wir, daß es Zeit ist weiter zu ziehen. Ich nehme das Boot nach Koo Pee Pee für 200Bt, Raimund fährt direkt nach Satun. Die Bootsfahrt verläuft allerdings nicht nach Plan. Als wir mit unserem 15 Meter Schiff die Bucht verlassen, kommen wir in schwere See. Ich hatte mich unter Deck begeben und nicht wie die Masse der Touristen auf das Sonnendeck, wo sie gegrillt wurden und gleichzeitig von der Gischt durchnäßt. So sah ich, daß ein Stück Wandvertäfelung abfiel und die Balken dahinter so verrottet waren, daß sie sich bogen. Das erklärte auch, daß wir für 15 Minuten Vorwärtskommen, 10 Minuten pausieren müssen, weil die Bilgepumpen laufen. Ich hole einen von der Mannschaft und zeige es ihm. Er läuft sofort zurück zum Steuerhaus und nach 2 Stunden drehen wir wieder um. Alle die wollen, bekommen Gutscheine für den nächsten Tag mit einem anderen Schiff. Ich will. Vorerst gehe ich wieder zurück ins Sunset GH.

Am nächsten Morgen das ganze noch einmal, diesmal ein deutlich neueres Schiff, daß uns in drei Stunden nach Koo Pee Pee bringt. Der erste Eindruck nach dem Anladen ist enttäuschend. Voll, überall dann auch noch Agencies und Restaurants. Es hat nicht viel ruhiges a la tropical island. Mit ein paar anderen laufe ich den Strand nach Osten entlang und frage in den Bungalow Anlagen. Die Preise liegen zwischen 100 und 150Bt pro Nacht, einmal wird sogar ein Platz im Zelt für 60Bt angeboten. Aus Frust nehme ich es. Die Nacht ist nicht doll, Schlafen auf dem Boden bin ich nicht gewohnt. Am nächsten Morgen gehe ich mit den anderen wieder den Strand ab und mit viel Glück und Warten bekommen wir schließlich einen Bungalow zusammen mit Pat, einem Australier für zusammen 70Bt. Es ist allerdings so weit den Strand runter, daß wir immer mal wieder die Longtails für 10Bt nehmen. Hier vergammele ich meine Tage bis zum 2.1.1989 mit Schwimmen und Essen. Einmal esse ich sogar einen ganzen kleinen Hai für 30Bt. Der war lecker. Sylvester mache ich einen Ausflug mit diversen Schnorchelstops im Norden, Pee Pee Lae mit den "Winkingerhöhlen". Abends gehen wir in-town. Wir essen was und suchen dann Party, aber so richtig was finden wir nicht, und ich bin um 1:30 schon wieder zurück.

Ich bin froh, als es weiter geht. Ich bin weiterhin mit den Australiern zusammen unterwegs. Wir sind Mittags in Krabi und nehmen ein billiges Zimmer (40Bt/Bett). Draußen regnet es mal wieder heftig. Ich muß wieder mal Geld tauschen, diesmal zu einem Kurs von 1:25,12. Das ist erheblich besser als auf der Insel. Auch das Essen war auf Koo Pee Pee deutlich teurer. Ich genieße das Essen. Über eine Agency bekomme ich raus, wie ich nach Satun kommen kann. Früh morgens geht es los, erst mit einem Pick Up zum Busbahnhof, dann von dort mit dem Bus nach Trang. Dort ging es mit Scootertaxi zu einem anderen Busbahnhof, von wo es für 30Bt mit einem richtigen local bus in 3,5 Stunden nach Satun geht. Ich bleibe eine Nacht, weil am gleichen Tag keine Boote mehr fahren. Im Udomvit Hotel finde ich für 80Bt ein Zimmer und treffe Dänen von Koo Pee Pee wieder. Mit ihnen wird es ein netter Abend. Der Ort gibt ansonsten nichts her.

Morgens werde ich von lauter Musik geweckt, aber es ist angenehmer als Agra. An der Immigration hole ich mir meine Ausreisestempel und wechsele das Geld in malayische $. Mit einem Pick Up geht es zum Hafen, die ganze Zeit verfolgt von einem Thai mit übergroßer Sonnenbrille, der versucht noch ein letztes Geschäft zu machen. Am Hafen finde ich schnell das Boot, mehr ist es nicht, daß für 30Bt/3M$ nach Kuala Perlis fährt. Beim Aufentern rutscht mein großer Rucksack ins Wasser neben das Boot, aber zum Glück holt ein schneller Thailänder ihn wieder raus. Er schwimmt immerhin, auch wenn drinnen teilweise was naß wird. Vor der Überfahrt werden wir in Plastikplanen verpackt, es spritzt ordentlich die nächste Dreiviertelstunde. In Kuala Perlis ist die Immigration schnell erledigt, am Zoll wären wir fast vorbei gestürmt. 2,5 Stunden später bin ich nach einer Busfahrt in Butterworth angekommen, nehme eine der oft verkehrenden Fähren nach Penang und gehe in die Leboh Chulia, die Haupttravellerstraße. Ein Bett im Wai Han Dormitory kostet 4,40M$ (1DM entspricht 1,54M$). Im Yee Hing klappt auch in der handylosen Zeit das Treffen mit Raimund, der schon seit Sylvester hier ist. Hier war allerdings total tote Hose. Wir setzen uns in einen McDonalds im voll klimatisierten Shopping Center und erzählen. Das erste Mal schlage ich mir bei McDonalds den Magen voll. Raimund will am nächsten Tag schon weiter Richtung Brunai.

Hier in Penang fallen mir die vielen Bettler auf, die im seltsamen Widerspruch zu dem sonstigen relativen Reichtum stehen. In Indien oder Thailand gab es so etwas kaum. Ich habe gehört, daß man hier relativ günstig Flugtickets kaufen kann und mache mich gleich am nächsten Tag in dem schwülheißen Wetter auf die Suche. Eine kleine Schwierigkeit ist, daß ich eigentlich garkeinen weiteren Plan sondern nur Ideen habe. Ich will noch nach Singarpur und will Sumatra sehen. Hongkong will ich auch hin, weil sich bei mir die fixe Idee fest gesetzt hat, ab Peking mit der Transsibirischen Eisenbahn zurück zu fahren. Am Ende vom Tag entscheide ich mich nach vielen Recherchen, bei denen ich heraus finde daß Flüge von Penang oder Singapur nach Hongkong unverhältnismäßig teuer sind, für die low-budget Variante "Flug von Bangkok nach Hongkong" und die Fahrt mit der Bahn zurück nach Bangkok. Der Flug für den 4.3.1989 kostet 235M$. Ich kaufe auch gleich ein Schiffsticket von Medan nach Penang für 55M$ (open ticket). Es ist so unangenehm heiß, daß ich mit anderen aus dem Dormitory erst spät abends wieder raus gehe zum Essen. Neben vielen Besuchen des kühlen McDonalds gehen wir auch chinesisch essen. Essen an den Straßenständen kann ich hier für 4M$, aber das Angebot ist schon deutlich kleiner als in Thailand. Vor dem Einkaufszentrum werde ich Zeuge einer Live-Show, die mich beeindruckt. Es werden lebenden Schlangen die Köpfe abgeschnitten, das Blut aufgefangen und an manneskraft-süchtige Männer verkauft. 10M$ kostet so ein Schnapsglas voll. Ich nehme lieber noch ein Eis und einen Milchshake für 3M$.

Am Samstag den 7.1. bewege ich mich weiter südwärts. Vom Busterminal geht es in drei Stunden für 8M$ nach Ipoh, von wo ich nach einem mißglückten Anhalter-Versuch doch den Bus nach Lumut nehme. Am späten Nachmittag bin ich dann nach einer Fährfahrt auf der Insel Pangkor angekommen. Die Preise der Unterkünfte schocken mich auch hier, die ersten wollen zwischen 10 und 13M$ für ein Bett in einer Hütte. Schließlich finde ich aber eine für 4,50M$. Mit ein paar anderen im Camp, das außer uns total verweist ist, vergammele ich zwei Tage an herrlichen Stränden hier, die wir komplett für uns alleine haben. Einmal legt sogar ein großes Fischerboot direkt vor unserer Nase auf den Strand an und verkauft uns Fische. Einer meiner Mitbewohner ist Malaye und macht mich auf das indische Thaipusam Festival aufmerksam und neugierig, das am 22.1. in der Gegend von Kuala Lumpur (kurz KL) stattfindet. Ich nehme es auf meine Liste. Aber irgendwann reicht es, und ich fahre zurück aufs Festland und nach Süden.

Bis zur Hauptstraße nehme ich diesmal ein Taxi und dann den Bus nach Tapah, von wo ich in die Cameron Highlands, das Zentrum des malayischen Teeanbaus, will. Leider klappt das nicht ganz fehlerfrei, der Busfahrer sagt mir nicht Bescheid und hält nicht an. Er läßt mich schließlich an der Landstraße raus, wo ich nochmal mein Glück als Anhalter versuche. Diesmal mit Erfolg, ich kann die 40km zurück als Beifahrer zurück legen. So komme ich aber leider erst nach einer weiteren Busfahrt hoch in die Berge in der beginnenden Dunkelheit in Tanah Rata an. Zum Glück bekomme ich im Bala's Holiday Chalet noch eines der letzten Dormitory Betten. Alle anderen, die mit mir den Grenzübertritt bei Satun gemacht haben, sind per Zufall auch hier wieder beisammen. Als wir beisammen sitzen gießt es draußen. Hier ist es auch deutlich kühler als bisher. Ich bin froh meinen Pullover noch dabei und nicht mit nach geschickt zu haben.

Morgens fühle ich mich zu Hause, draußen pfeift der Wind und höre die Nässe. Es ist so kühl, daß mich erst einmal nichts aus dem Bett treibt. Aber um 10:00 treibt mich der Hunger hoch. Aber der Regen am ersten Tag macht keine Lust auf Unternehmungen. Erst am nächsten Tag werde ich touristisch aktiv und schaue mich per Bus die Pallas Tea Estate an, wo ich auch für 17M$ 1,25kg Tee kaufen am Stand an der Straße. Die Landschaft ist beeindruckend, durch die Teeplantagen wirken die Hügel wie eine grüne sich weich wiegende Wasseroberfläche. Ich komme teilweise per Anhalter, teilweise zu Fuß wieder zurück und habe dabei das Pech auch mal naß zu werden. Am nächsten Tag regnet es wieder und es ist auch noch windig - ich will weg. Für den nächsten Tag besorge ich mir Bustickets nach KL, zwar kein Direktbus, aber angeblich soll er genauso schnell sein. Wie zum Hohn klart es nach dem Ticketkauf auf.

Die Fahrt nach Tapah ist erwähnenswert insofern, daß wir durch Verspätungen und Pannen 2,5 Stunden brauchten, und ich meinen Anschlußbus verpaßte. Am Spätnachmittag komme ich in KL an und nehme die erste Nacht mit zwei Dänen ein Zimmer, so daß meine Kosten nur bei 8M$ liegen. KL ist auf den ersten Blick (und es stellt sich auch bei den weiteren so heraus) eine moderne Großstadt. Es gibt nur einen kleinen, netten alten Teil, wo man teilweise günstiger übernachten und essen kann. Hier in KL kann ich wieder mal Post abholen. Es ist viel da, von Ingo, Arne, Ingrid und Mutti aber auch von Freunden wie Werner und Heidi. Ingo war so nett und hat mir das ersehnte BW Taschenmesser mit Süßigkeiten geschickt. Mutti gibt mir die neuesten $ Kurse durch, die DM steht 1,77 zum Dollar. Aber ansonsten habe ich nur das Gefühl "Raus hier" und kann Leute nicht verstehen, die drüber diskutieren, ob Penang oder KL schöner ist. Mit den Dänen esse ich Steamboat, das sind verschiedene Fleisch-, Fisch- und Gemüsesorten in Brühe gegarrt und daraus dann Suppe gemacht. Lecker. Mit den Dänen komme ich überein, daß wir uns zum Thaipusam wieder hier treffen, um die Kosten zu reduzieren. Für das Schiffsticket besorge ich mir auch eine Reservierung für den 25.2., das sollte mir genug Zeit für Singapur und Sumatra lassen. Nur mit dem Visum und der indonesischen Botschaft habe ich kein Glück.

Für die verbleibenden Tage bis zum Thaipusam entschließe ich mich noch mal an die Küste nach Malakka zu fahren. Morgens frische ich aber noch meinen Vorrat an Travellerchecks wieder auf. Meine von Deutschland mit gebrachten sind fast alle. Wieder einmal ärgere ich mich über die Bürokratie beim Kauf mit meiner Amex Karte im Amex Büro. Für 700US$ kaufe ich TCs. Beim Auschecken aus dem Hotel versuchen wir der chinesischen Besitzerin verständlich zu machen, daß wir in ein paar Tagen wieder kommen und eine Reservierung machen wollen. Yesyes, aber sie schreibt nichts auf. Wir sind uns eher sicher, daß das nichts wird. Mittags nehme ich den Bus nach Mallakka und lasse mich dort vom Busbahnhof von einem Schlepper per Taxi in mein Wunschhotel, dem Trilogy GH, fahren. Schönes GH, weitläufig, sauber, Tee satt für 4M$ pro Nach. Und ganz überraschend stehe ich plötzlich Gudrun gegenüber, die ich mitten im Himalaya schon getroffen hatte. Zufälle gibt es. Die nächsten drei Tage relaxe ich hier. Malakka gefällt mir, ruhiger, schöner und billiger als KL oder Penang. Nur das Wetter ist auch nicht so toll, dafür ist es aber warm. Malaysia ist ein ethnisch zusammen gewürfteltes Land mit Chinesen, Indern und Malayen. Ich entdecke hier das indische Essen, das mir hier ganz vorzüglich schmeckt.

Am 21. Januar fahre ich mit den Dänen wieder nach KL und wider Erwarten bekommen wir das Zimmer wieder für den gleichen Preis. Ich telefoniere mit Kuma, dem Malayen von Penang, er will schon nachts auf das Festival und ich beschließe, daß es das wohl wert sein muß, wenn er dort hin fährt. Ich kaufe mir noch das Busticket für den Bus nach Singapur und treffe mich abends mit Kuma und seinen Freunden. Wir fahren für kleines Geld mit der Bahn zwei Stunden zum Festival. Proppevoll. Um 2:00 nachts kommen wir an und tauchen ein in die von Kerzen, Fackeln und Lampen beleuchtete Szenerie. Mit rythmischen Gesängen werden die Teilnehmer der Prozession in Trance gebracht (jedenfalls theoretisch, praktisch sieht das manchmal nicht so weg getreten aus) und ihnen werden Lasten aufgebürdet. Manche tragen nur etwas, manche haben Wagen an Haken am Rücken, die sie ziehen oder Gestelle, die sich mit Pfeilen auf ihren Schultern abstützen. Wahnsinn. Ich mittendrin falle eigentlich garnicht auf. Es sind auch kaum Westler zu sehen. Ich gehe den ganzen Zug entlang bis hoch zu den Batu Caves, wo alles mit einer Segnung endet. Um 8:30 komme ich dort an, aber mit dem ersten Tageslicht verfliegt auch der Zauber des mythischen ein wenig. Kurz danach fahre ich zurück ins Hotel und schlafe wie ein Toter bis 14:00. Die beiden Dänen sind erst morgens hin gefahren und sind auch schon wieder zurück. Ich bin froh, daß ich die Nacht dort war.

Am nächsten Tag vertreibe ich mir noch den Tag in KL mit einem Besuch des GPO und einer Aussichtsplatform auf einem Hochhaus, bevor ich abends in den Bus nach Singapur steige. Morgens steige ich wieder aus, etwas zerschlagen nach einer weiteren schlechten Nacht im Bus. An der Backpackers Accomodation (BA) muß ich noch etwas warten, bis sich drinnen was tut, aber dann kann ich einchecken im dorm. Stanley, der Besitzer, leiht mir 10$, damit ich erst mal zum GPO fahren kann. Dort warten jede Menge Briefe an mich, die ich im nächsten Fastfood Laden (kleine Straßenstände gibt es hier nicht, wieder in der "Zivilsation") alle lese. Danach tausche ich erst mal Geld (2S$ = 1US$=1,75DM). Ich will mich hier nach Fotoapperaten für mich und Vati umschauen. Er will eine Dynax, ich interessiere mich für eine OM4 als Ersatz für die bisher super funktionierende OM10. Später werde ich merken, daß eine OM4 kein wirklicher Fortschritt für mich ist. Ich checke alle möglichen Läden in der Orchard Road und dem People's Park Center. Parallel prüfe ich die Möglichkeit der Weiterfahrt nach Sumatra. Es gibt Boote nach Batam, von dort weiter nach Tanjung Pinang. Von dort soll es eine Möglichkeit geben in 40 Stunden auf einem größeren Schiff nach Sumatra rein zu fahren. Hört sich gut an. Problem ist nur, daß es nur jeden zweiten Tag geht und keiner weiß, welches der zweite Tag ist. Ich kaufe einfach mal ein Ticket für den 28.1., bis dahin habe ich alles erledigt. Meist laufe ich oder fahre Bus, aber einige Male leiste ich mir auch die MRT, ein beeindruckend sauberes U-Bahn System. Einmal leiste ich mir sogar eine Coke im Raffles für 4S$, dafür gibt es immerhin ein paar Erdnüsse und Vogelgezwitischer dazu. Singapur ist teuer, es ist auch eine moderne Stadt. Per Brief und Telefonaten versuche ich auch von hier aus ein jetzt doch aufgetretenes Anmeldungsproblem für mein Auslandsjahr in Hatfield zu lösen. Die Briefe von hier dauern nur vier Tage bis zum Empfänger. Bevor ich mich auf mache Richtung Sumatra, schicke ich noch ein 4kg Paket mit Souvenirs und nicht gebrauchten Sachen zurück. Das kostet nur 19,10S$. Danach ist mein Rucksack nur noch gähnende Leere. Füllen tue ich sie mit einer Olympus AF10 mit Blitz, einem Aiwa Walkman und einem originalen Zuiko 50mm 1.4 Objektiv für fast 730S$. Aber das sollte dann auch an Elektronik reichen. Im Endeffekt habe ich mich in Singapur nur ums Weiterkommen und Einkaufen gekümmert, der Stadt habe ich nicht viel Aufmerksamkeit geschenkt. Die angepriesenen Highlights des Loose Reiseführers habe ich per Zufall fast alle im Vorbeigehen gesehen. Insgesamt bleibt von Singapur der Eindruck einer blitzsauberen, mordernen, relativ gesichtslosen Großstadt über.

Am Samstag fahre ich früh morgens mit einem Bus zum Finger Pier. Ich finde problemlos das Boot nach Batam, die Immigration und Zoll ist streßlos. Für das Boot nach Tanjung Pinang muß ich 20500Rps zahlen, ich muß mich von den Dimensionen wieder umgewöhnen (1DM = 900Rps). Ich kann schon das Vormittagsboot um 10:15 nehmen, wenn ich nur etwas später angekommen wäre, hätte ich erst das um 15:00 nehmen können. 2,5 Stunden später erfahre ich auf Tanjung Pinang am Hafen, daß eigentlich ein Schiff fahren sollte, aber nicht genug Passagiere da waren. So ist es gestrichen worden. Ich kaufe mir erst einmal ein Ticket für das nächste Schiff, kostet mit 17800Rps sogar weniger als die letzte Fahrt und lasse mich von dem Schlepper am Hafen zu einem Guest House führen, wo ich für 2500Rps unterkomme - das sind wieder Preise!! Im GH treffe ich einen Frührentner, der mit dem Fahrrad die Welt bereist. Abends gehen wir zusammen zum Nachtmarkt und lassen es uns für 3500Rps gut gehen. Draußen fängt es dabei an zu schütten, bei 30°C ist das allerdings keine Abkühlung sondern nur eine Erhöhung der Luftfeuchtigkeit. Ansonsten sind hier nicht viele westliche Gesichter zu sehen, außer uns vielleicht vier Leute.

Ziemlich zerstochen wache ich morgens auf und kläre als erstes ab, ob das Schiff heute fährt - es soll fahren. Hurra. Gefrühstückt, gepackt, noch Wasser gekauft und mich an die Anlegestelle gesetzt. Als um 13:00 das Schiff kam, war das Boarding eine größere Aktion. Erst einmal alle drauf und Pritschenbett gesichert (großer Raum mit lauter Doppelstockbetten, eigentlich eher Liegen, es waren Bretter), alle mußten ihre Unmengen an Gepäck verstauen. Bei mir auf der Pritsche wurden unauffällig noch zwei Kartons deponiert, danach kamen Polizei, Zoll, Militär und wer weiß wer noch und inspizierten alles. Die Positionierung der Kartons nahe meinem Rucksack soll wohl den Eindruck erwecken, daß sie zu mir gehören. Als wir jedenfalls nach dem An-Land-Scheuchen und Wieder-Boarden mit Ticketkontrolle wieder auf das Schiff kommen, verschwinden sie wieder. Von dem eintönigen Hämmern des alten Diesels getrieben gleiten wir durch die Inselwelt. Zu Essen gibt es aus der kleinen Bordküche. Viele Unterbrechungen gibt es nicht, wir legen manchmal an und in der Zeit können wir uns etwas die Beine vertreten. Einmal werden wir von einem Polizei oder Militär Patrolienboot angehalten und nochmals durchsucht. Diesmal werden 6 Passagiere mitgenommen. Außer mir Westler ist nur der Frührentner an Bord. Die beiden Nächte sind auf der harten Unterlage keine wirkliche Erholung. Am zweiten Abend fahren wir in den Fluß nach Sumatra ein, vorher sehen wir Ölplatformen und Öltanker. Das Wasser ist passend dazu wie mit einer Ölschicht bedeckt total glatt.

Am zweiten Morgen gleiten wir nach 40 Stunden gegen 8:00 durch den Morgennebel nach Pekanbaru in den Hafen. Die Szene erinnert etwas an Apokalypse Now, es fehlt nur noch die Musik von den Doors. Aber kein Gewehrfeuer erwartet uns, sondern nur ein paar Oplets Fahrer, die mich zum Überland Busstation bringen. Dort erwische ich den 9:00 Bus nach Bukittinggi (3600Rps) und steige 6 Stunden später nach einer unspektakulären Äquator Überquerung wieder aus. Schnell finde ich ein Coffee GH, wo ich mir erst einmal landesüblich duschen kann. Eine große geflieste Badewanne dient als Wasserreservoir, aus der man sich mit einer Schöpfkelle Wasser überschüttet und einseift, genauso wieder spült ohne Schaum in das Reservoir kommen zu lassen. Danach schlendere ich durch die Stadt. Bukittingi ist eine Kleinstadt mit einem sehr angenehmen relaxen Flair. Der Citymarkt gefällt mir sehr. Bei einem Imbiss werde ich gleich angesprochen, ob ich nicht einen Trek machen will, aber erstens sind die Typen zu nervig und zweitens bin ich noch nicht in der Stimmung. Aber schon am Abend kommt ein zweites Angebot, das sich gut anhört, vor allem weil eine Französin von dem gerade vollendeten Trek auf Siberut begeistert erzählt. Für 10 Tage werden 170.000Rps aufgerufen. Einen Trek habe ich zwar nicht geplant, hört sich aber gut an. So setze ich meinen Namen auch auf die Liste mit Interessierten. Ich bin der Dritte, es sollen maximal sieben Leute werden. Um mich geldmäßig wieder flüssig zu machen, tausche ich Geld, achte aber darauf nicht mehr als 100.000Rps zu tauschen. Dann spart man sich die 500Rps Wechselgebühr. Abends besuche ich eine Minangkabau Show für 5000Rps, sie ist ganz nett. Ich ärgere mich nicht meinen neuen Walkman mit der Aufnahmefunktion dabei zu haben. Ich habe mich mit Nic, einem Belgier, zusammen getan, der in der gleichen Unterkunft ist wie ich. Wir werden öfters angesprochen, die Stadt ist nicht so touristisch, und wenn sich rausstellt, daß Nic Belgier ist, versuchen ältere Leute gleich mit ihm holländisch zu sprechen.

Am Tag ist es hier mit 25°C angenehm warm, nachts ist es recht kühl. Eigentlich erwartet man am Äquator wärmeres Wetter. So schlafe ich aber supergut. Zum Frühstück kann ich mir für 2000Rps den Bauch mit Banana Pancake und Spiegelei auf Toast mit Tomate voll schlagen. Ich mache eine geführte Tagestour für 12000Rps zu den Sehenswürdigkeiten der Umgebung mit. Mit einem Minbus werden wir zu einem Aussichtpunkt und einer Kaffee-Wassermühle gefahren. Auch der Besuch eines Minangkabau Dorfes mit tradionellen Gebäuden gehört dazu. Es sieht alles relativ wohlhabend aus. Nach einem Stop am Lake Singkarak ist der nächste Halt ein 400 Jahre altes, immer noch bewohntes Haus. Hört sich komisch an, aber das Haus strahlt Ruhe aus, als wir drinnen sitzen. In Kotobaru besuchen wir Holzschnitzer Werkstätten, wo man sich auch Möbel wie Schränke und Betten machen und sie nach Hause schicken zu lassen kann. Abends essen wir am Clocktower in einem Straßenstand einen leckeren Nasi Goreng mit Tee für 900Rps. Ich habe mit Nic jetzt ausgemacht, die Wartezeit bis zum Trek doch nicht am Lake Maninjau zu verbringen, sondern mit ihm hier noch was zu machen. Erst einmal gehen wir am nächsten Tag durch den örtlichen Canyon, nichts los und auch nicht besonders spektakulär bis auf das Silberschmied Dorf Kota Gadang. Dort kaufe ich Geschenke für die Verwandschaft, feine Silberarbeiten in Libellen und Schmetterlingsform für 22.000Rps.

Am 4.2. setzen wir beide eine Schnapsidee um, die durch Einträge ins Gästebuch des GH entstanden ist. Dort berichtet jemand von einem Vulkan in der Nähe, den er bestiegen hat. Das wollten wir auch. Um 4:30 aufgestanden und nach einem kurzen Frühstück von unserem Wirt Herrn Chamizier auf seiner Honda ein Stück aus dem Ort gebracht worden, wo er einen Bus für uns anhielt, der uns nach Kota Bara zum Vulkan Marapi brachte. Als uns der Bus absetzt, dämmert ganz schwach. Wir finden schnell den beschriebenen Weg zwischen den Feldern hinauf auf den Berg. Die ersten 45 Minuten gehen bis zu fünf Hütten im Wald. Die nächsten 2,5 Stunden gehen wir durch den Wald steil bergauf. Auf dem Weg rauf, hören wir den Vulkan oben auch mal rumpeln und fragen uns, ob das wirklich so eine gute Idee war. Aber nach vier Stunden stehen wir oben auf dem Kraterplateau. Leider hing es teilweise in Wolken, teilweise sind es vielleicht auch Schwefelwolken, die uns umwabern. Wir gehen umher und können sogar in den Krater hinein schauen. Überall Schwefel, aber auch manchmal Müll und eine alte Schaufel. Der Boden ist warm, so daß uns trotz der Höhe nicht kalt wird. Gegen 12:00 entschließen wir uns wieder ab zu steigen. Zum Glück hatte ich mir gemerkt, daß neben dem Weg hinauf/hinunter ein alter weißer Sack liegt. Der Wald sieht vom Plateau nämlich überall gleich aus und ohne diesen Orientierungspunkt hätten wir nie den Weg gefunden. Hinunter ging es deutlich schneller, in nur 2,5 Stunden waren wir wieder an der Straße und lassen uns mit einem Taxi für 200Rps zum Coffee GH bringen. Was für ein Abenteuer. Und es ist gut gegangen.

Dank unseres rühriges Herbergsvaters probieren wir alles mögliche an Obst - Rambuttan, Durian, Salak, Duku, Mangosteen, Jackfruit, Sawo und auch die für mich ungewöhnliche Avocado. Ich lasse mir noch ein kleines Holzkästchen schreinern, weil ich mir in China noch einen Siegelstempel machen lassen will. Auf das Kästchen lasse ich noch einen Skorpion schnitzen. Auch als Souvenirs und Mitbringsel lasse ich Stempel anfertigen. Die lokalen Spezialisten schnitzen nach Vorgabe jeden beliebigen Stempel aus einer Gummiplatte. Auch stocke ich meinen Filmvorrat auf, ich habe schon über 26 Filme verbraucht, hier kaufe ich 5 neue Diafilme meiner bevorzugten Sorte Fuji RD100 für 47500Rps. Am letzten Abend treffen sich die sechs, die den Trek machen wollen, zu einer letzten Besprechung mit unserem Führer Jimmy. Am nächsten Tag, dem 6.2., erledige ich letzte Dinge wie Flipflops und Liegematte kaufen. Dann fahren wir mit dem Bus nach Padang. Dort essen wir noch was und gehen dann auf das Schiff (10400Rps). Es gibt sogar Vierbett-Kabinen mit Matratzen. Um 21:00 geht es los.

Morgens trotz der heftigen Regenfälle, von denen ich auch schon in Bukkittingi und Padang welche hatte, super geschlafen. Nach einem Frühstück fahren wir mit einem kleinen Boot den Fluß hinauf. Leider erwischt uns auch hier ein Regenschauer und wir kommen nachmittags durchnäßt in unserem Ausgangspunkt, Madobat, mitten im Dschungel. Hier leben die Inselbewohner, die von der Regierung in Dörfer gezwungen wurden. Es gibt hier Konsumgüter, aber alle müssen Kleidung tragen und in die Schule gehen. Ob sie dadurch glücklicher sind als vorher sei dahin gestellt. Qualmen tun sie alle wie die Schlote und Uhren sind gerade im Trend, jeder trägt mindestens eine. Auch sind alle tätowiert, wir bekommen erzählt daß die Kinder schon Tätowierungen von ihrem Vater bekommen. An der Tätowierung kann man auch die Dorfzugehörigkeit erkennen. Im Dorf ist auch noch eine andere Trekkinggruppe angekommen, die angeblich am nächsten Tag in das gleiche Dorf wie wir wollen. Ich bearbeite Jimmy, daß er sich für den nächsten Tag ein anderes Ziel sucht.

Das klappt auch. Wir laufen für uns alleine. Die Leute sind allerdings an Touristen gewöhnt. Im ersten Dorf (Ugia) sind gleich mal anderthalb Pakete Tabak fällig, als wir Fotos machen wollen. Als wir hier ankamen sahen wir schon aus wie die Schweine. Neben Bachdurchquerungen gab es auch einige Schlammetappen. Mir tun wenigstens meine Billigturnschuhe nicht leid. Aber nach dem nächsten Bachlauf sind sie wieder sauber. Wir übernachten in einem Haus, das zur Butni Village gehört, wollen hier zwei Tage bleiben. Wir sind mitten im Dschungel in einem Stelzenhaus an einem Fluß, wo alle Waschaktivitäten stattfinden. Unsere Hütte ist seitlich des Haupthauses, das nur aus zwei Räumen besteht, einem Lebens- und Schlafraum und einer Küche/Eßraum. Unsere Hütte ist an einer Seite komplett offen. Unsere Gastgeber sind echte "Ureinwohner", die Mädchen haben alle geschliffene Vorderzähne, alle tragen nur Lendenschurz und eventuell noch eine Art T-Shirt. Sie haben acht Kinder und wollen hier abseits der Dörfer leben, weil sie hier ruhiger leben können ohne die Regeln der Regierung. Als Schmuck wird alles genutzt, was glitzert. Auch Kronkorken und Flaschenöffner sind gut genug. Und auch hier qualmen alle den mitgebrachten Tabak, der so eine Art Währung zu sein scheint. Selbst der 7 jährige Sohn raucht. Meine Silberkette nehme ich ab, weil mich jeder fragt, ob er sie haben kann. Abends essen wir in der Küche und können über Frage/Anwort über Jimmy viel ihnen hören. Draußen ist es wieder am Schütten.

Die Nacht ist gut, bis es morgens anfängt kühl zu werden. Tom, der Norweger, hat gestern leider Fieber und Schüttelfrost bekommen. Er nimmt nicht an unserem Tagesausflug durch weitere Bäche und Schlammgräben teil und erholt sich. Wir sehen viel Dschungel, sehen große Tausendfüssler und Chamleons. Ich sehe auch speziell viele Blutegel, die Jimmy mit Zigaretten abmacht. Soll ja gesund sein. An einer Hütte sehen wir die Einwohner Pfeile mit Gift präparieren, die sie zur Affenjagd nutzen. Wir entscheiden abends uns gegen das Weitergehen in das nächste Dorf, was sechs Stunden dauern soll, weil wir die ganze Strecke auch wieder zurück müßten und bleiben eine dritte Nacht hier. Am nächsten Tag machen wir eine "Wanderung" zu einem Wasserfall, wo wir alle ins Wasser steigen. Danach geht es bergaus/bergab wieder zurück zur Hütte. Leider erwischt uns nachmittags noch der übliche Nachmittagsschutt, so daß wir das Bad danach eigentlich nicht brauchen.

Am nächsten Tag gehen wir zurück nach Matobat und wundern uns dort darüber, daß die Menschen diese Eingesperrtheit in diesen Dörfern ertragen. Es wirkt so elend. Die anderen gehen noch zu einem Wasserfall, ich bin angesichts weiterer Schlammbäder und der herannahenden Regenfront wieder umgekehrt. Die anderen kamen total verdreckt zurück und waren nicht begeistert. Das Dorf ist inzwischen wirklich voll geworden, zwei andere Gruppen sind ebenfalls hier. Abends philosophieren wir eine wenig über die Qualitäten unseres Führers und des Treks. Die Meinung ist ziemlich negativ, viel Trek war es nicht (verkauft wurde es ja als 10-Tagestrek) und Jimmy ist eher Clown als Führer, der auch organisatorisch einiges zu wünschen läßt. Wir finden die Leute hier auch schon ziemlich verdorben, was Ansprüche angeht. Es gab keinen, der nicht etwas wollte für ein Foto, teilweise sogar 1,5 Päckchen Tabak = komplett indiskutabel.

Morgens fahren wir in 3,5 Stunden wieder den Fluß hinunter nach Muara Siberut, wo wir den restlichen Tag im Coffee House verbringen. Am Nachmittag nervt es aber, und ich laufe etwas durch den Ort und treffe Nic, der sich schon vorher abgesetzt hatte. Er hat einen anderen Führer getroffen, den wir in Bukkittingi getroffen hatten (leider zu spät, sonst hätten wir bei ihm gebucht). Er lädt uns zum Essen ein, und wir essen für 750Rps total lecker. Die Erzählungen der Gruppe von Bulölö, dem anderen Führer, hören sich deutlich besser an als unsere Erlebnisse. Er sagt auch, dort wo wir waren, wäre die touristischste Gegend von Sumatra. Pech gehabt. Auch am nächsten Tag müssen wir Jimmy nach dem Regen fast schon zwingen uns ein Boot zu besorgen, um an einen Strand zu fahren. Auch hier nervt es, daß eine andere Gruppe genau an den gleichen Strand fährt. Ich entdecke am Strand Unmengen von Einsiedlerkrebsen und Muscheln. Am Nachmittag sind wir nach einer nassen Rückfahrt wieder zurück in Muara Siberut.

Kurz vor 12 am nächsten Tag fahren wir mit der Fähre wieder ab. Obwohl der Trek nicht das Optimum war, was wir im Vergleich zu den Erzählungen der anderen Gruppe mit bekommen haben, war er doch ein Erlebnis. Unser Führer taugte nichts, ich habe vier Filme fotografiert und mein neu erworbenes 50mm Objektiv hat mir dabei bei den schwierigen Lichtverhältnissen sehr geholfen. Das Schiff macht noch einen Stop in Muara Sikabahlham, wo wir noch eine sinnlose Diskussion mit Jimmy haben, ob der Transfer in den Ort eingeschlossen ist. Wir verbringen dort den Rest des Tages und fahren gegen neun Uhr weiter. Morgens um 6:30 sind wir wieder in Siberut. Mein Magen hat sich seit gestern wieder beruhigt und ich trenne mich am Bahnhof von den anderen und prüfe noch die Möglichkeiten der Weiterfahrt mit einem Schiff nach Nias. Ich komme aber zuletzt zum Schluß, daß die Variante nur stressig werden würde obwohl das Schiff in zwei Tagen fahren würde und fahre zurück nach Bukittinggi in das Surwani GH. Auf dem Rückweg hole ich noch meine Einkäufe ab, ein Holzkästchen für einen eventuellen chinesischen Stempel und die Gummistempel.

Am übernächsten Tag fahre ich alleine mit frisch gewaschener Wäsche an den Lake Maninjau. Meine Turnschuhe habe ich schon in Padang entsorgt, sie waren am Ende. Nic, mit dem ich jetzt 10 Tage unterwegs war, will in eine andere Richtung weiter.




 
 

Jodphur: Red Fort

Jaipur: Palast der Winde

Agra: Taj Mahal


 

Kathmandu
Das Auge Buddhas

Nepal: Jompson Trek

Nepal: Jompson Trek


 

Bangkok: Wat Arun

Thailand: Trek im goldenen Dreieck


 

Cameron Highlands: Teeplantagen

Kuala Lumpur: City

Batu Caves
Taipusam Festival


 

Überfahrt von Singarpore nach Sumatra

Bukkittinggi
Chilli in allen Variationen

Bukkitinggi
Tour auf den Vulkan


 

Skyline von Hongkong

Peking: Die Verbotene Stadt

Peking: Die Verbotene Stadt


 

Große Mauer

Große Mauer

Peking: Himmelstempel


 

Moskau: Zwiebelkirche

Brest: Umspuren an der Grenze

 

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