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Tempel, Knoblauch und Betelnuß
M Y A N M A R    2 0 0 4

Myanmar, wie geheimnisvoll der Name schon klingt. Ein schöner Klang, anders als Burma oder Birma, wie es von seinen englischen Kolonialherren genannt wurde. Als ich vor 15 Jahren schon einmal in der Gegend unterwegs war, war es noch ein verschlossenes Land, in das man nur als Gruppe mit 10-Tages Visum hinein kam. Das reichte damals gerade, um im Schweinsgalopp einmal die Tour Yangoon – Mandalay – Bagan zu machen, und das für unverhältnismäßig hohe Gebühren und Zwangsumtausch. Das hat sich inzwischen geändert, das Militärregime hat inzwischen erkannt, daß jeder Tourist Geld bringt. Über den moralischen Aspekt eines Besuches von solchermaßen regierten Ländern kann man diskutieren, aber wir wollten einfach mal eine Verbindung zwischen dem Namen und dem Land herstellen. Dies ist ein Tagebuch einer vierwöchigen Rucksackreise über Weihnachten durch Myanmar.


Tag 1

Der Thai Airways Flieger geht erst am Abend. Durch den Stopover von fünf Stunden in Bangkok und die Zeitverschiebung von 5,5 Stunden landen wir erst 19:45. Im Internet habe ich das „Motherland Inn 2“ gefunden, was auch im Forum empfohlen wurde. Der angebotene Abholservice funktioniert einwandfrei, wir werden mit Schild am Flughafen erwartet. Der Empfang mit Willkommensdrink macht das Ankommen leicht.

Tag 2

Die Zeitverschiebung weckt uns um 3:00 früh. Wir dösen noch bis zum Frühstück und versuchen danach uns eine Zugverbindung nach Thazi (Richtung Inle Lake) zu organisieren. Am Hitachi Tower werden wir von vielen Schleppern angesprochen, die uns alle solche Touren verkaufen wollen. Wir versuchen es aber auf eigene Faust und fragen uns im gegenüber liegenden alten Bahnhof von Yangoon durch. Aber die Züge der nächsten vier Tage sind voll.
Um mal einen Geschmack einer Zugfahrt und einen Eindruck von der Stadt zu bekommen, setzen wir uns in den Zug der Circle Line, der regelmäßig einmal pro Stunde abfährt. Leider gibt es hier keine Möglichkeit um den Touristenpreis von 1$ herum zu kommen. Die dreistündige Zugfahrt führt uns durch die Vorortslums bis in die dünn besiedelten Vorstadtgebiete hinaus und lohnt sich. Am Abend lassen wir uns im Hotel die Bustickets nach Kalaw für je 6000Kt besorgen.
Trishaw

Shwedagon im
                Abendlicht Tag 3

Der Bus geht erst morgen Mittag, so nehmen wir uns den Tag für die Shwedagon Pagode Zeit. Auf 1500Kt handeln wir ein Taxi zur Shwedagon Pagode aus. Dort werden wir vor dem Besucherzentrum des Südaufganges abgesetzt, bezahlen unseren 5$ Obolus und fahren mit dem Fahrstuhl hoch. Oben ärgern wir uns, daß wir uns haben überrumpeln lassen, weil wir eigentlich die Treppe nehmen wollten. Zum Mittagessen holen wir das Verpasste nach. Wie alle guten Touristen beginnen wir unser Programm in der Mittagshitze, und ich bereue schnell, nicht meine Sonnenbrille dabei zu haben. Die riesigen Goldflächen blenden wie sonstwas. Es ist Wahnsinn, unglaublich beeindruckend, nicht nur wegen der Unmengen verarbeiteten Goldes. Wir lassen uns bis auf einen lohnenswerten Abstecher an den Fuß des Ostaufganges den ganzen Tag oben herum treiben.

Abends lassen wir uns auch noch auf eine 5$ Führung ein, weil der Führer gut Englisch spricht. So erfahren wir noch viele kleine Details, die so nicht im Reiseführer stehen. Er will auch noch mit uns Essen gehen, aber als wir seine Restaurantwahl kennen lernen (Danny's, ein westlich orientiertes Schnellrestaurant) fliehen wir und verköstigen uns an Straßenständen.

Tag 4

Am Nachmittag geht es für 3500Kt mit einem Taxi raus zum Überlandbusbahnhof. Der Bus ist, wie auch alle anderen danach, human klimatisiert (kein Vergleich zu den fahrenden Kühlschränken in Thailand) und mit Video und Liegesitzen ausgerüstet. Bis Bago sind es nur zwei Stunden, danach wird passend zur Busfahrt der Film SPEED auf englisch gezeigt.

Irgendwann, gegen Mitternacht bei Thazi, wird der Fernseher ausgeschaltet, ein letzter Stopp und wir biegen von der relativ gut ausgebauten Hauptroute auf die nur noch anderhalbspurige Nebenstraße hoch in die Berge ab. Zu Anfang geht es noch durch die Ebene, aber nach einer Stunde windet sich die Straße stramm hoch in die Berge. Als wir um 4:00 in Kalaw aussteigen, dampft unser Atem in der kalten Nachtluft. Wir gehen nur noch schnell zum Golden Lilly, das uns empfohlen wurde und nehmen ohne viel Diskussion ein Zimmer für 6$.

Tag 5

Bei Tageslicht empfinden wir das Bad im Guest House nicht als allzu appetitlich, lassen uns noch andere Zimmer zeigen und checken aus. Schade, weil die Zimmer eigentlich ganz brauchbar waren. Eine Straße weiter finden wir im „New Eastern Paradise“ was wir suchen. Den Tag über verbringen wir mit der Suche nach einem reizvollen Trek. Von unserem Plan, den 3-Tage Trek zum Inle Lake zu machen, lassen wir uns aus Organisation- und Zeitgründen abschrecken und entscheiden uns schließlich für die 2-Tages Variante für 7$ pro Tag, die am nächsten Morgen starten soll.

Landschaft Tag 6

Wir können das Großgepäck im Hotel lassen und starten um 8:00 mit dem Führer und leichtem Rucksack, der uns gen Westen aus dem Ort führt. Wir gehen auf Fußwegen durch dicht bewachsene Gebiete, haben schöne, gute Ausblicke und legen eine Pause in einem Dorf ein, wo uns leider schon bettelnde Kinder begrüßen. Auch der Rest des Dorfes ist gut vorbereitet, das Teetrinken wird durch eine Verkaufsveranstaltung begleitet. Mittagessen gibt es an einem Viewpoint, der durch ein Restaurant touristisch voll erschlossen ist. Es gibt nepalesisches Essen, Hinterlassenschaft der alten Kolonialmacht und seinen Truppen. Die Aussicht ist wirklich schön und das Essen gut. Bis 16:00 laufen wir noch weiter, kehren dann bei einer Familie ein, die der Führer kennt. Später bekommen wir mit, daß hier fast täglich Gruppen von bis zu acht Leuten durchkommen. Dafür gibt es aber alles an Bettzeug, um von der Kälte nichts mitzubekommen.

Zum Aufwärmen sitzen wir alle in der Küche und beobachten die Tochter des Hauses beim Kochen. Uns fasziniert mal wieder die Unmenge Knoblauch, die in Myanmar ins Essen kommt. Es ist Heiligabend, und es wird ein fürstliches Menü. Dazu gibt es eine Gesangs- und Tanzeinlage der Familie. Das hat keinen touristischen Touch, Burmesen singen generell gerne. Oft erleben wir es, daß die Menschen vor sich hinsingen. Es mundet alles vorzüglich, ein ungewöhnliches, besonderes Weihnachten.

Tag 7

Zum Frühstück gibt es weitere Mengen an Reis und Nudelgerichten. Dann geht es zur der alten Schule, an der der Führer einmal Schulleiter war. Auf kleinen Wegen überqueren wir eine kleine Bergkette mit schönen Blicken ins Tal und (im Gegensatz zu uns) auf fleißige Dorfbewohner. Auf dem nächsten Gipfel nehmen wir das vom Führer mitgenommene Essen in einem Kloster ein und können ihm all unsere Fragen aufdrängen, die uns in Sachen Buddhismus und Klöster schon immer interessierten.

Am Nachmittag streben wir entlang der Hügelkette Richtung Kalaw. Der uns umgebende Wald könnte sich auch genauso gut in Europa befinden, die rote Erde und die Ausblicke in die Hügellandschaft sind aber immer wieder andersartig phantastisch. Der Weg ist aber nicht besonders spektakulär, es ist eher ein Weg für Ochsenkarren. Gegen 16:30 kommen wir wieder in Kalaw an.

Insgesamt waren wir vom diesem Trek nicht so begeistert. Inzwischen hatten wir mitbekommen, daß sich die ganzen Touren, die diese Südroute an dem Viewpoint und dem Wasser-Reservoir vorbei nehmen, alle auf einem Weg bewegen. Deswegen die bettelnden Kinder etc. Im Nachhinein hätten wir den einen angebotenen Trek nehmen sollen, der nördlich aus Kalaw raus in einem Bogen Richtung Inle Lake geht. Aber danach ist man immer klüger.

Am Abend holen wir noch einmal unseren Heiligabend nach. Vor dem Abmarsch hatten wir Menüs im May Palaung bestellt (Bestellung im Flowers unten in der Stadt möglich). Wir werden von einem Taxi zum May Palaung gefahren, einem Restaurant etwas oberhalb der Stadt. Das mehrgängige Essen und das interessante Gespräch mit der Besitzerin in diesem sehr stilvollen Restaurant machen den Abend zum unvergesslichen Erlebnis.
Weg

Ruhe Tag 8

Der Local Bus startet es am nächsten Morgen um 6:30 und braucht zwei Stunden bis zur Kreuzung Shwenyaung, von wo wir ein Taxi nach Nyaungshwe nehmen. Es bringt uns erst zum Four Sister, was uns empfohlen wurde, aber die Zimmer sind uns das Geld nicht wert, und es ist ziemlich laut. Im Aquarius bekommen wir ein nettes Zimmer für 10$ und nutzen den Nachmittag gleich für eine angebotene Kanutour.

Ein alter Mann, des Englischen total unkundig aber sehr bemüht, rudert uns erst einmal zu einer Zigarrendreherei (die einheimische Cheeroth). Das fängt ja gut an, denken wir, aber danach geht es ab in die kleinen Kanäle abseits des mit dröhnenden Speedbooten belebten Hauptkanals. An einer Pagode vorbei gleiten wir zu einem Nat Schrein auf einer Lichtung im Wasser, ein Stopp bei einem Fischer und ein Klosterbesuch schließt sich an. Diese lautlose Fortbewegung stört auch nicht die Bewohner der Pfahlbauten, der Ausflug zieht sich bis Sonnenuntergang.
Seitenkanal

Pao Tribe Tag 9

Endlich mal wieder ausschlafen. Wir leihen uns Fahrräder und fahren in aller Ruhe zu den Hot Springs auf der anderen Seite des Sees. Aber dort wollen sie sage und schreibe 3$ Eintritt von Ausländern. Das sieht nicht so viel wert aus. Wir steigen über eine alte verfallene Treppe zu der oben liegenden Pagode hoch und genießen die Atmosphäre und die Aussicht.

Es gibt hier tatsächlich ein Internet Café, in dem man Zugriff auf gmx Seiten hat. Hier lesen wir, daß es bei Sumatra gestern mehrere schwere Erdbeben gegeben hat, die zehntausende Tote gefordert haben. Myanmar ist kaum betroffen. Der Hotelbesitzer hat dafür eine einfache Erklärung – Myanmar ist buddhistisch. Auf meine Frage nach Thailand antwortet er, die seien halt nicht richtig buddhistisch. So einfach kann das sein.

Tag 10

Morgens haben wir zusammen mit zwei anderen Pärchen ein Boot für einen Tagesausflug gemietet (7000Kt für das Boot). Es geht erst mal vorbei an den Fischern und Beinruderern zum Markt nach Nampan. Nachdem wir die ganzen Souvenirstände passiert haben, ist der Markt sehr schön. Hier sieht man auch mal viele Angehörige der Pao in ihren Trachten, eines Minderheiten Volkes aus der Umgegend.
Danach klappern wir die ganzen auf dem Inle Lake liegenden Handwerksbetriebe ab. Alles ist gut durch organisiert mit kleinem Einblick in die Herstellung mit anschließendem Showroom mit Verkauf. So gibt es nacheinander einen Silberschmied mit recht günstigen Produkten, einen Schmied, eine Seidenweberei und eine weitere Cheeroth Fabrik. Eine Pagode und einen Tempel (den mit den springenden Katzen) gibt es auch noch. Ist natürlich alles touristisch, aber nie mit drängenden Verkaufsgesprächen verbunden.

Durch die schwimmenden Gärten tuckern wir zurück nach Nyaungshwe, wo wir in der Dämmerung nach einem netten ausgefüllten Tag wieder anlegen. Im Hotel lassen wir uns Bustickets nach Mandalay für 6500Kt besorgen, unseren ursprünglichen Plan über Taungyi direkt nach Hsi Paw fahren zu können, müssen wir aufgeben. Für Touristen ist das Gebiet dazwischen nichts zugänglich, heißt es.
Das Shanland Restaurant wird uns als Tip genannt, aber erstens brauchen gerade hier die Shangerichte einen Tag Vorbestellung, und es ist auch preislich einfach überzogen. Wir gehen wieder ins Pwint, eines der wenigen einheimischen Restaurants und essen gute Curry Menus für 1000Kt.
Beinruderer
                  Inle Lake

Tag 11

Unser Bus nach Mandalay fährt erst heute Abend. So vertrödeln wir die Zeit. Warm Duschen ist leider nicht, es ist wieder mal Powercut, damit gibt es kein Heißwasser. Ich lasse mich für 500Kt an einem Strassenstand rasieren. Der Friseur geht in aller Vorsicht und mit neuen Klingen zu Werke.
Um 16:30 finden wir uns an der Brücke am Ortsausgang ein und werden in den bereitstehenden Pickup nach Shwenyaung gepfercht. Statt um 18:00 kommt der Bus erst kurz vor 19:00, macht dafür aber gleich nach einer Stunde wieder Pause. Wieder so eine ätzende Nachtfahrt. Man kann von der Landschaft wenigstens was erahnen, da wir Vollmond haben.

Tag 12

Im Bus schlafen konnte ich noch nie, so bekommen wir den Stop bei Thazi gegen 1:00 mit. Um 4:00 kommen wir im vor Mandalay gelegenen Überlandbusbahnhof an und finden einen Minitaxifahrer, der uns für 2500Kt zum Royal Guest House fährt. Das letzte Teilstück der Straße von Thazi bis Mandalay war super, riesig breite Straßen mit Vorbereitung für Mautstationen.

Im Royal GH läßt man uns erst mal in einem kleinen Zimmer bis 10:00 ruhen, dann gibt es zum Glück ein anderes Zimmer für uns. Sehr netter Service.
Abends nehmen wir mit anderen zusammen ein Taxi auf den Mandalay Hill. Bis ganz rauf sind es dann noch einmal fast eine halbe Stunde Treppensteigen. Der Ausblick von oben ist schön, leider durch den Dunst nicht besonders weit. So geht die Sonne auch im Smog unter. In der Dämmerung und fast alleine steigen wir die Treppen wieder runter. Die meisten Touristen (und es sind viele) nehmen den Aufzug. Das wartende Taxi fährt uns zum Lashio Lay, tatsächlich mal ein Tip aus dem Führer, der sein Geld wert ist.

U-Bein Brücke Tag 13

Nach einer schönen ruhigen Nacht, weckt uns der anschwellende Straßenlärm. Das Royal GH liegt wohl in einer der lautesten Straßen von Mandalay. Mit der Crew von gestern nehmen wir ein Minitaxi („banana“, wegen seiner für Minitaxis ungewöhnlichen Farbe), um noch touristisch tätig zu werden. Erster Stop ist der Bahnhof, wo wir bei unseren Fragen nach einem Ticket nach Hsi Paw von einem Schalter zum anderen geschickt werden. Ein Burmese hilft uns schließlich, wird aber auch erst mal hin- und hergeschickt, findet dann aber raus, daß die Upper Class für die nächsten Tage voll ist und ersteht uns für den kommenden Tag Tickets für die Ordinary Class für 3$.

Danach geht es nach Sagaing. Die anderen werden abkassiert (3$), wir haben Tickets einem Pärchen geschenkt bekommen, die gestern da waren (sie sind eine Woche gültig). Sagaing bedeutet wieder viel Treppensteigen, aber der Ausblick entschädigt. Wir hatten mehr Mönche und Nonnen erwartet, aber die vereinzelten Touristen haben den Bereich fast für sich alleine.

Auf der Weiterfahrt nach Inwa hat „banana“ seine zweite Panne, die allerdings genauso souverän in Minuten gelöst wird. An der Fähre nach Inwa essen wir und kommen dann trotz hartnäckigen Versuchen nicht umhin, die 500Kt/Person für die Fähre zu zahlen. Die Burmesen zahlen 20Kt, ein ziemliches Missverhältnis. Die Abzocke geht am anderen Ufer weiter. Zu zweit muß man eine Kutsche für 2500Kt nehmen, die Entfernungen sind auch zu groß, um zu Fuß zu gehen und eine Ausschilderung nicht vorhanden.

Der erste Palast ist ganz nett, mehr gefällt uns aber der folgende Tempel, der eine mystische Stimmung aufkommen läßt. Es erinnert mich etwas an Ta Prohm in Angkor Wat. Der schiefe Turm bedarf schon etwas Überwindung und Vertrauen in die alte Konstruktion. Der letzte Stop ist das Teakholz Kloster. Wahnsinn, wie das nach 170 Jahren immer noch aussieht.

Pannenfrei bringt uns das Taxi, das den ganzen Tag übrigens 9000Kt kostet, weiter zur U-Bein Brücke. Für die Besichtigung von noch mehr Baudenkmälern sind wir heute zu erschöpft ,und so lassen wir uns dort treiben, beobachten ein Fußballturnier, daß gerade stattfindet, die Zuschauer auf und unter der Brücke (unter ihnen jede Menge fußballbegeisterte Mönche) und natürlich den Sonnenuntergang.
Im Hotel organisieren wir die morgige Abreise und geben noch den Auftrag die Tickets für das „Fast Boat“ am Dienstag zu besorgen (16$/Person). Dafür nimmt das Royal GH als einziges GH auf der ganzen Reise eine Gebühr von 500Kt pro Person.
Heute ist Silvester, und wir wollen was besonderes essen. Mit Trishaws geht es zum Marie-Min Restaurant, wo es nicht besonders aufregende vegetarische indische Küche gibt, dafür aber leckere Lassis, allerdings leider kein Bier.

Von unseren wartenden Trishaw Fahrern lassen wir uns zur Vorstellung der Moustache Brothers fahren und kommen pünktlich um 20:30 zum Vorstellungsbeginn an. Wir hatten den Beschreibungen nach etwas politisch angehauchtes Kabarett erwartet (hatten uns schon gewundert, daß das in Myanmar machbar ist) und werden enttäuscht. Das ganze Programm ist mehr ein folkloristisches Programm mit äußerst flachen Kalauern. Und die Donation von 2000Kt am Ende hat eher die Form von Zwang. Den Jahreswechsel verschlafen wir.
Abendlicht

Zug nach Hsi Paw Tag 14

Wir verschlafen fast auch den Zug, unser Wecker ist zu leise und der Wake-Up Call ist zu spät. Wir springen nur noch in die Klamotten, schnappen unsere gepackten Rucksäcke und fahren mit dem wartenden Taxi durch die leeren Straßen zum Bahnhof. Wir kommen noch pünktlich vor 4:45 an, der Zug hat aber eh' Verspätung. Erst wollen uns alle aus der Ordinary Class raus scheuchen zur Upper Class, aber unsere Tickets beweisen, daß wir hier richtig sind. Wir stellen auch später fest, daß es gar keine Upper Class gibt. Die Sitzbänke sind zwar aus Holz, aber breit, und wir haben zwei Sitzplätze. Was will man mehr. Noch bei der Ausfahrt aus der Stadt fällt vor dem ersten Morgenlicht das trübe Licht im Wagon aus, aber irgendwann geht die Sonne auf. So erleben wir den Zickzack förmigen Aufstieg des Zuges im Tageslicht. Der Zug schraubt sich innerhalb kürzester Zeit auf Höhe und die Ebene von Mandalay liegt unter uns. Gegen 8:30 kommen wir in Pyin U Wlin an. Eine längere Pause (erkennbar an der abgestellten Diesellok) gibt uns Gelegenheit, uns die Beine zu vertreten. Jetzt schleichen wir ohne größere Steigungen durch die Landschaft. Schon aus der Ferne sieht man das Goteik Viadukt. Davor scheint der Zug noch einmal zu halten, um zur Ruhe zu kommen. Danach geht es mit Ermahnungen der zugestiegenen Soldaten keine Fotos zu machen, im Schrittempo über die fast 100 Jahre alte Eisenbahnbrücke.

In Kyaukme kommen wir gegen 13:00 an, sehen an der Strecke ein Guest House und fragen uns, warum wir unbedingt weiter wollen nach Hsi Paw, wir sind genug Zug gefahren. Gedacht, getan – wir schnappen die Rucksäcke und gehen zu dem Guest House. Der erste Eindruck ist aber eher abschreckend, und wir „flüchten“ ohne weitere Erklärungen. Gerade noch rechtzeitig können wir wieder auf den anrollenden Zug springen und steigen so zwei Stunden später in Hsi Paw aus. Wir haben Glück, wir hören von anderen, daß auch Ankunftszeiten gegen 18:00 bis 19:00 durchaus nicht unnormal sind. So haben wir noch Zeit das Mr. Kid und das Nham Khae Guest House zu begutachten. Wir nehmen das Mr. Kid wegen seines unschlagbaren Preises von 3500Kt für ein double/bath und der einfachen, aber ordentlichen Zimmer.
Das Sundowner Bier genehmigen wir uns auf dem Balkon und erkunden danach den Ort. Ein Ort in den Anfängen des Tourismus. Alles da, aber nicht zu viel, auch nicht zu viele Touristen. Ein nettes Flair und auch abends sind die Temperaturen für einen Bergort moderat.

Tag 15

Der hämmernde Stromgenerator hat uns abends kaum beim Einschlafen gestört, so fertig waren wir. Es soll ein fauler Tag werden. Wir schaffen es gerade noch, einmal durch den Markt zu schlendern und einen Versuch zu machen, den Shan Palast zu besichtigen. Das scheitert aber an der Abwesenheit des Hausbesitzers, dem Neffen des letzten Kaisers. Für den nächsten Tag organisiert Mr. Kid Bustickets nach Mandalay, während wir den Tag und die Ruhe lesend genießen.

Tag 16

Und es kommt immer mal anders als man denkt. Morgens hat Antje schwere Magenprobleme, und wir müssen die Busfahrt streichen. Stattdessen ordern wir für 9:00 ein Taxi für uns alleine (29000Kt), weil wir ja für den nächsten Tag das Bootsticket nach Bagan haben. Das Taxi ist pünktlich und Antje geht es auch etwas besser. Ausgestattet mit Bettzeug aus dem GH und herzlichen Good Byes und Gute Besserung fährt der Taxifahrer die Strecke, für die der Zug gute zehn Stunden brauchte, in vier. Wir überholen sogar noch „unseren“ Bus eine Stunde vor Mandalay, der um 6:00 los gefahren ist. Die Fahrt gibt ganz andere, schöne Perspektiven auf die Landschaft. Es geht runter und rauf in und aus Tälern. Wir sehen sogar in der Ferne noch einmal das Goteik Viadukt. Wir haben auch sonst noch einmal richtig Glück, ein LKW ist mitten auf einer engen Straße liegen geblieben und das Taxi paßt gerade noch zwischen ihm und der Felswand durch.

Im Royal GH legt sich Antje gleich wieder hin, und ich stromer noch etwas durch die Viertel. Das Eis im Nylon Eiscafé ist sein Geld nicht wert. Ich besorge noch Essen für morgen und gehe dann alleine noch einmal ins Lashio Lay. Antje fällt jetzt erst auf, was für eine Knoblauchfahne ich habe, wo sie selber kaum noch etwas ißt.

Tag 17

Selbst mit dem kleinen Taxi ist es noch eine ganz schöne Strecke bis zum Schiffsanleger. Die Fähre legt zwar relativ pünktlich gegen 6:00 ab, aber eine Stunde später liegen wir schon wieder vor Anker, weil dichter Nebel die Weiterfahrt wegen der Sandbänke zu gefährlich macht. Die weitere Fahrt ist abgesehen von zwei kurzen Stops rechts ereignislos. Wir gleiten auf einem breiten Fluß dahin, an den Ufern ist nicht viel zu sehen, oft nicht einmal Bäume. Zum Glück haben wir genug zu lesen dabei.

Gegen 17:00 kommen wir schon in der Dämmerung an. Erst einmal werden alle westlichen Touristen an die Kasse geführt und müssen gleich am Pier 10$ Eintrittsgeld für die archäologische Zone abgeben. Wir nehmen dann eine der wartenden Pferdekutschen, die uns ins New Heaven GH bringt. Wir bekommen ein sehr schönes Zimmer mit einer kleinen Veranda davor. Um die Ecke gibt es ein Burmese Buffet namens Toe Toe Win, das wir an diesem Abend aufsuchen. Nach ein paar Verständigungsschwierigkeiten, setzen wir uns schließlich an einen Tisch, der sich schwuppdiwupp mit Unmengen von Schalen allen möglichen Inhalts füllt. Wir können uns bedienen, soviel wir wollen, sollte tatsächlich mal eine Schale alle sein, wird gleich wieder aufgefüllt. Es sind so viele Schalen, daß man immer etwas findet, was schmeckt. Nur Antje hält sich magentechnisch noch ein wenig zurück. Die ganze Völlerei kostet sagenhafte 1500Kt pro Person.

Tag 18

Mit zwei Fahrrädern fahren wir erst einmal zur Gawdawpalin Phato (großer weißer Klotz). Bevor wir dazu kommen, die Bupaya direkt am Fluß (kleine goldene Stupa) anzuschauen, platzt mir am stehenden Fahrrad einfach der Reifen. Der Mantel war wohl porös. Zwei Stunden dauert es, bis wir mit Hilfe eines gerade vorbei schauenden Guides den Mantel bei einem Fahrradflicker nähen lassen und uns die ganzen Paintings des Guides angeschaut haben. Den Rest der Mittagshitze verbringen wir in einem kleinen vegetarischen Restaurant und verwöhnen uns mit Lassis und Salaten.

Die Thatbyinnyu Phato kommt uns einfach nur sehr hoch vor, sonst nicht besonders beeindruckend. Ein Aufstieg auf die naheliegende Shwegugyi gibt uns einen guten Rundumblick, auf die anderen Pagoden kam man bisher nicht rauf.
Wir enden schließlich bei der Ananda Phato, die uns wirklich beeindruckt. Nicht nur durch eine weitere goldene Kuppel sondern vor allen Dingen durch die entspannte Atmosphäre. Selbst den Fotografen Supergau kann ich hier noch kurzfristig lösen. Die Batterie meiner Canon schafft es laut Batterieanzeige innerhalb eines halben Films von voll auf tot abzubauen. Die Reservebatterien liegen im Hotel, aber zum Glück kann ich noch günstig welche hier erstehen. Im Sonnenuntergang radeln wir mit Abstechern zurück zum GH, wo wir in dem gegenüber liegenden Myitsima sehr lecker in nettem Ambiente essen.
Bagan

Fahrradfahrerin Tag 19

Morgens erledigen wir unsere Postkarten Verpflichtungen. Für 3 Cent pro Karte nach Deutschland kann man auch mal eine Karte mehr schreiben. Hernach wenden wir uns wieder ernsthafteren Dingen zu und schauen uns nacheinander die Sulamani Phato (Stuck und Reste von Malerei) und die Dhammayanngyi Phato (hauptsächlich groß) an. Bei der Dhammayazika Phato kommen wir total durchgeschwitzt nach einer Fahrradfahrt auf Sandwegen und Abkürzungsversuchen durch sandige Felder an. Auf sie können wir aber hochsteigen und werden bei schöner Aussicht von dem sanft wehenden Wind getrocknet.

Neu Bagan lädt beim Durchradeln nicht zum Anhalten an, so testen wir einen Tipp aus dem Führer, das SiThu Restaurant direkt am Ufer des Irrawaddys. Die Suppe ist OK und die Lage lassen sie sich bezahlen. Aber wo kann man sonst auf gepflegtem Rasen speisen? Der Abeyadana Phato wird extra für uns aufgeschlossen, und wir können die so geschützten Malereien mit unseren Taschenlampen inspizieren. Im nächsten Ort (Myinkaba) machen wir Halt in einer Lackarbeiten Manufaktur, wo wir erst einmal sehen, was für eine Arbeit in diesen so einfachen Sachen steckt. Danach fällt es mir leichter die 7$ für eine Lackdose mit Goldpunkten zu zahlen. Sie ist nicht zu vergleichen mit dem 500Kt Schrott, den man an jedem Tempel aufgedrängt bekommt.

Der Gubyauhkyi am Ortsausgang ist schon wesentlich touristischer als die bisherigen. Erfreulicherweise sind die hinter Eisengittern liegenden Malereien in sehr gutem Zustand. Auch hier ist eine Taschenlampe nötig. Auf die einen Kilometer weiter liegende Mingalazedi setzen wir uns zum Sonnenuntergang oben drauf.
Auf meinen Wunsch hin gehen wir unserem GH naheliegenden Touristraße thailändisch essen. Dabei lerne ich, daß ein Green Thai Curry nicht zwangsläufig Spuren von Curry beinhalten muß.

Tag 20

Wir hatten überlegt, mit einem Taxi direkt nach Ngapali zu fahren. Aber die Informationen sprechen dagegen. Erstens soll es über 200$ kosten und die Fahrt soll 17 Stunden dauern. Das ist nichts. Wir beschliessen das zweiteilig zu machen und bestellen für den kommenden Nachmittag die Bustickets (je 6500Kt). Und da wir gerade beim Planen sind, buchen wir auch die Rückflüge von Thandwe nach Yangoon mit Air Yangoon, die mit 5$ günstiger sind als Air Mandalay.
Heute lassen wir es etwas ruhiger angehen und schlendern durch den Markt von Nyaung U. In aller Ruhe und mit Spaß am Verhandeln erstehen wir verschiedene Rattansachen und diverse Longyis. Erschöpft belohnen wir uns danach mit Avocado Salat und Shakes.
Aber so ganz kulturlos wollen wir unseren Aufenthalt hier doch nicht beenden und fahren noch zur Shwezigon Paya. Hier wollen sie uns tatsächlich eine Gebühr für Bicylce Parking abknöpfen. Wir stellen die Fahrräder etwas weiter weg ab und laufen. Mit ihrer goldenen Kuppel erinnert sie stark an die Shwedagon Paya in Yangoon, sie soll ja auch die Vorlage dafür geliefert haben. Wir bleiben einfach ein wenig sitzen, genießen die Atmosphäre und beobachten die Leute.
Antje hat sich noch in den Kopf gesetzt die eingeengten Buddhas in der Manuha Paya zu sehen. So radeln wir noch einmal ganz nach Myinkaba. Von außen ist sie Paya relativ unscheinbar und innen befinden sich die beschriebenen sitzenden Buddhas in ihren Nischen, auf der Rückseite liegt ein Buddha in bedrückender Enge. Für den Sonnenuntergang haben wir uns heute die Shwesandaw Paya ausgesucht, die meistbesuchte Paya in Bagan in Sachen Sonnenuntergang. Ganze Busladungen Touristen werden pünktlich abgeladen und dementsprechend eng geht es dort zu. Die Sicht, sofern man eine hat, ist allerdings auch die beste von allen bisherigen. Danach schnell die extrem steile Treppe runter und schnell auf dem Sandweg raus auf die Hauptstraße, bevor die ganzen Busse und Autos den Staub aufwirbeln.
Den Abend verbringen wir noch mit Werner und Henriette, die wir auf unserer Myanmar Runde immer wieder getroffen haben, wie das kaum vermeidbar ist, weil es eigentlich ja doch nur eine Runde durch das Land gibt. Es wird noch ein netter Abend mit unserem einheimischen Abschlußessen im Toe Toe Win und anschließenden Cocktails für 500Kt.

Tag 21

Leider hat das New Heaven GH und auch das im gleichen Besitz befindliche Golden Village Inn in den vergangenen drei Tagen es nicht geschafft, andere Interessierte für einen Mount Popa Taxitrip aufzutreiben (wir vermuten ja einfach mangels Interesse und Initiative). So müssen wir das Taxi für 20$ alleine nehmen, nutzen es aber gleich so, daß wir uns danach bei der Busstation in Kyaupadang absetzen lassen wollen, wo der Bus nach Pyay durchfährt.

Mit dem Taxi sind es nur knappe anderthalb Stunden zum Mount Popa. Schon beim Weg über den letzten Hügel bietet sich ein beeindruckender Blick auf den einzelstehenden Felsen mit darauf hockenden Heiligtümern. Der Weg hinauf ist steil, aber nicht die Hölle. Wir schauen uns die verschiedenen Natschreine an und genießen Stille und Aussicht.
Das Taxi setzt uns an der Busstation ab, einer kleinen Hütte mitten im Ort. Der Bus kommt schon mit einer Stunde Verspätung erst gegen 16:30 an, das läßt nichts gutes erwarten, er ist erst vor einer Stunde in Bagan gestartet.

Diesmal haben wir leider nicht drauf geachtet und Plätze fast ganz hinten. Keine halbe Stunde später ist schon wieder Pause. Danach geht die restliche Stecke auf anderthalb spurigen Straßen oder Sandpisten weiter. Die Federung hat gut zu arbeiten, und wir schaukeln in den Sitzen. Bei einer Pause wird auch noch schnell ein Schlauch vom Turbolader getauscht, und wir sind froh, als wir gegen 1:30 in Pyay aussteigen können (der Bus fährt noch weiter bis Yangoon).

Schnell finden wir das Royal Yoma GH, daß wir aufgrund einer Empfehlung des Führers reserviert hatten. Aber was für ein Schuppen, das erste Mal packen wir unsere Baumwollschlafsäcke aus, die wir für solche Fälle immer dabei haben.
Mt Popa

Dachlast auf Pickup Tag 22

Das Frühstück paßt zum Gesamtbild, der Preis von 6$ leider nicht. Wir wollen wegen der angeblichen landschaftlich schönen Strecke mit dem Taxi nach Ngapali fahren und lassen uns eins besorgen. Aber das erste ist nur ein kleiner Pickup. Trotz des günstigen Preises von 80$ lassen wir ihn angesichts der Aussicht auf einen Tag auf der Ladesfläche wieder ziehen. Wir nehmen lieber ein geschlossenes Taxi, obwohl es satte 120$ kostet. Der hohe Preis erklärt sich durch die schlechte Strecke und die hohen Benzinpreise, wird uns erklärt. Der hohen Betelnußverbrauch des Fahrers von zwei pro Stunde kann dazu kaum was beitragen, die kleinen Päckchen kosten 20Kt.

Gegen 9:00 kommen wir schließlich los. Die erste Stunde geht es durch die Ebene, danach zwei Stunden auf relativ guten Straßen immer höher in die Berge. Verkehr gibt es hier kaum. Wir müssen uns zweimal bei der Immigration eintragen. Die Aussichten in die Bergwelt sind schön. Schließlich geht es auf Schlaglochstrecken wieder hinunter ins Tal. Es wird 15:00, bis wir in Taungkog ankommen, aber wir fahren noch weitere zwei Stunden auf einer netten kleinen Straße, die sich durch Täler windet und mit Behelfsbrücken über Flußarme steigt bis Thandwe. Bis Ngapali ist es jetzt nur noch eine halbe Stunde, und wir lassen uns direkt zur Lynn Thar Oo Logde fahren.

Wir kriegen gerade noch einen 25$ Bungalow und in Aussicht gestellt, daß morgen alles voll ist. Aber egal, ein Problem von morgen. Erst einmal stürzen wir ins Meer und genießen die Aussicht bei unserem ersten Fischmahl aufs Meer.

Tag 23

Das Frühstückbuffet hört sich gut an, zusätzlich zu dem Standard Western Frühstück haben sie auch alle möglichen einheimischen Sachen. Gut für Antje, nichts für mich. Nach ein wenig Hin und Her kriegen wir schließlich zu wissen, daß mittags ein anderer Bungalow für 20$ frei wird, einziger Unterschied – er hat nur Kaltwasser. Egal, den nehmen wir sofort und wenden uns endgültig dem Strandleben zu. Abends essen wir drei kleinere Lobster mit allen möglichen leckeren Beilagen für 11000Kt in einem der kleinen Restaurants vorne an der Straße.

Tag 24

Tja, was macht man am Strand – nix. Das tun wir ausführlich.

Tag 25

Beachen bis zum Abwinken.

Tag 26

Antje geht mit Werner (die beiden sind inzwischen auch eingetroffen) bei Sonnenaufgang zum weiter südlich liegenden Strand, wo die Fischer ihre Fänge anlanden. Alle haben viel Spaß, vor allem weil die beiden Fische kaufen wollen. Fische bekommen sie, aber bezahlen dürfen sie sie nicht. Ich bin zu erschöpft, um so früh aufzustehen.
Die beiden Katzenfische lassen wir uns abends zubereiten.

Tag 27

Reisetag! Wir können noch bis Mittags den Strand nutzen, dann fährt uns der Lodge-eigene Bus zum Flughafen. Nach dem Einchecken haben wir eigentlich noch eine Stunde Zeit, aber um 13:30 landet die zweimotorige Turboprop von Yangoon Air, Leute steigen aus, wir steigen ein, und er hebt mit 45 Minuten Verfrühung ab. Sowas haben wir auch noch nie erlebt.
Dementsprechend kommen wir zu ursprünglichen Abflugzeit schon in Yangoon an. Die übliche Flughafenhektik beginnt. Taxipreise bis zu 10$ in die Stadt werden aufgerufen, aber wir wissen, daß es nicht weiter als bis zum Busbahnhof sein kann. Das hatte 3500Kt gekostet, aber wir schaffen es von hier nicht, ein Taxi für weniger als 4000Kt zum Motherland Inn 2 zu bekommen. Der Empfang ist herzlich wie beim ersten Mal, und wir bekommen ein schönes Zimmer hoch über den Dächern.

Gerüstbau Tag 28

Langsam wollen wir unsere Reise ausklingen lassen und noch einmal einen Markt sehen. Den großen Bogyoke Markt haben wir noch nicht gesehen. Der schönere der beiden ist der Neue Markt, obwohl er deutlich touristischer ist. Hier werden wir auch ständig auf Geldtauschen angesprochen, aber wir shoppen nur die letzten Mitbringsel in Form von Rattansachen und Holzarbeiten.

Als endlich unsere Kauflust gestillt ist, nehmen wir uns ein Taxi zum The Strand, einem der alten großen Kolonialhotels, und gönnen uns hier für europäische Preise im Café Cappuccino und Tee. Die Atmosphäre ist klasse, die Restauration des alten Kolonialhotels ist gut gelungen.

Tag 29

Wir haben Glück, das GH muß sowieso zum Flughafen, und so können wir umsonst mitfahren. Beim Einchecken kommt zum Schluß die überraschende Forderung nach 10$ Flughafengebühr. Unsere letzten Kyat setzen wir in Kekse um.

Nach einer Stunde Flugzeit kommen wir um 11:45 Ortszeit in Bangkok an, wo wir erstaunt bedeckten Himmel und Regen sehen. Pünktlich um 13:05 setzt sich der Jumbo in Bewegung. Und da wir mit der Sonne fliegen setzen wir am gleichen Tag um 18:40 in Frankfurt auf, von wo es per Bahn und Taxi nur noch ein Katzensprung nach Mainz ist.

Und wieder sind vier Wochen schnell vorbei gegangen. Vier Wochen, in denen wir viel gesehen haben und die für einen Überblick über die Hauptsehenswürdigkeiten von Myanmar auch auf alle Fälle reichen. Manches hätten wir im Nachhinein anders gemacht. Wir würden inzwischen statt einer Taxifahrt von Pyay nach Ngapali lieber eine von Nyaungshwe (Inle Lake) nach Mandalay nehmen und damit die Chance haben, noch die Pindaya Caves zu besichtigen. Den Trek hatte ich schon oben erwähnt. Ob man unbedingt nach Hsi Paw muß, muß jeder selber entscheiden. Unsere persönlichen Highlights waren der Inle Lake, eine Wanderung wegen der Gegend um Kalaw herum, Yangoon und Bagan. Die Menschen in Myanmar sind auf alle Fälle einen Urlaub wert, freundlich und aufgeschlossen. Die burmesische Art aus vielen kleinen Schälchen sich das Essen zusammen zu stellen, macht dem spachunkundigen Wessie das Probieren leicht.

Wir haben für die vier Wochen 450€ pro Person (natürlich plus 960€ Flug) ausgegeben. Da sind alle Transporte drin, eben auch die 120/2 $ Taxi und die 70$ Flug. Auch die Strandtage haben mit 85$ für die vier Bungalow Nächte überproportional zugeschlagen. Ansonsten war es nie ein Problem, ein gutes GH Zimmer im 10$ Bereich zu bekommen. Für ein Essen im Restaurant kann man grob 1$ rechnen, ein Bier kostet genauso viel. An den Straßenständen haben wir auch lecker für 40cent gegessen. Gleich zu Anfang haben wir uns in Yangoon aufgrund der Infos aus dem Forum (siehe hilfreiche Links unten) mit 250€ in Kyat eingedeckt. Das hat lange Zeit gehalten und war auch gut so, weil die Kurse überall sonst erheblich schlechter sind. Wir mußten später noch einmal 100$ tauschen. Der Rest wurde direkt in $ bezahlt (Hotels, das Bagan Schiff, Taxi, Flug, Zug). Kreditkarten oder EC Karte sind unbekannt. Internetcafés sind sehr rar und die westlichen gmx/hotmail Seiten sind manchmal nicht möglich. Manche Hacker schaffen es über Proxy Server in China zu gehen.

Eric Koch und Antje Thane
Februar 2005

Hilfreiche Links

Motherland Inn/Yangoon             http://myanmarmotherlandinn.com/
Myanmar Forum                            http://www.myanmar-guide.de/fr_interiorforum.htm
STA Travel Forum                        http://www.statravel.de/phpbb/viewforum.php?f=278
Reisebericht von Ingrid Loy          http://www.pervan.de/reiseberichte/beitrag.asp?i=1924
Reisebericht                                http://www.muenchen-surf.de/Tigerswelt/Reisen/Myanmar/Reiseroute.htm

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