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Über den Wäldern Yucatans
Mit zwei Kindern unterwegs bei den Mayas - Pyramidenklettern
Januar 2013

Der Hit aus den Siebziger von den Les Humphries Singers geht mir nicht aus dem Kopf – „Mexiko, Mexikoooo OhOh“. Gerade habe ich in der Weihnachtszeit einen Beitrag über sie gesehen. Es ist Silvester, und wir sitzen im Flieger nach Cancun. Deutlich über 11 Stunden dauert der Hinflug – OhOh. Aber das ist der Preis für unsere letzte große Fernreise. Thorben ist sechs Jahre alt (Rieke wird bald vier) und seine Einschulung droht dieses Jahr. Im September haben wir uns schließlich entschlossen. Sonne, Strand und etwas Kultur, wir kamen schließlich auf Yucatan mit seinen alten Mayastätten. Die Reiseschilderung diesmal als Reisetagebuch.

31.12.2012, Montag, (25km)
Sylvester
Harxheim – Puerto Morelos
Nach Tagen des weihnachtlichen Faulenzens haben wir heute mal wieder den Wecker gestellt. Eigentlich wäre es nicht notwendig gewesen, die Kinder wecken uns. Um 9:30 werden wir freundlicherweise von Stefan zum Flughafen gefahren. Das ganze Gepäck füllt seinen Kombi. Außer dem Koffer haben wir noch meinen großen Rucksack, Thorbens Rucksack mit den Schwimmsachen und eine große Tasche mit den beiden Kindersitzen dabei. Alles zusammen summiert sich auf 30kg. Bis auf unsere beiden Daypacks geben wir alles auf.

Der Flug startet pünktlich um 13:40. Leider gibt es nur einen Bildschirm für alle, so daß die Kinder sich nicht ihre Filme aussuchen können. Die Kinder sind ziemlich fertig, als wir dann auch noch mit 20 Minuten Verspätung gegen 18:30 Ortszeit (7 Stunden Zeitverschiebung) ankommen. Die Schlangen an der Immigration sind lang, es dauert eine Stunde, bis wir bei Alamo unseren Mietwagen übernehmen können, einen VW Gol. Gegen 19:30 machen wir uns auf dem Weg nach Puerto Morelos. Das dauert zum Glück nicht lange, und wir können im Hotel Hacienda Morelos einchecken, was ich von Deutschland aus reserviert hatte. Bei Rieke geht zu diesem Zeitpunkt garnichts mehr. Beide Kinder sind im Auto eingeschlafen, nur Rieke ist nach einem 19 Stunden-Tag nicht mehr wach zu bekommen. Wir lassen sie direkt liegen und gehen noch einmal die 100 Meter bis zum zentralen Platz um Geld zu holen und etwas zu trinken.

Das mit dem Geldholen klappt nicht, aber Kreditkarte sei Dank nehmen wir noch im Strandlokal Pelicano die Mexiko Willkommens-Margerithas zu uns. Thorben trinkt seine Limonade und ist etwas überdreht, freut sich dann doch über den Strand und die Wärme (die wir im Moment als eher schwülheiß empfinden) nachdem er zu Hause gesagt hatte, er will keine Sonne, er will Schnee.
Nach einem langen 22 Stunden-Tag gehen wir alle gegen 22:00 schlafen.

1.01.2013, Dienstag
Neujahr
Puerto Morelos
Immerhin schlafen wir mit einigen Unterbrechungen bis 6:00 morgens. Nach Frischmachen gehen wir nochmals das Bargeldproblem an, bekommen aber schließlich 3000Pesos auf Antjes Karte. Vorbei an den immer noch auf dem Platz feiernden suchen wir ein offenes Lokal, in dem wir nicht nur Bier sondern ein Frühstück bekommen können. Die Possada „El Moro“ arbeitet zwar etwas unorganisiert, aber für 250Pesos bekommen wir eine Mischung Rührei, frischem Obst und Toasts.

Danach geht es erst mal an den Strand und in den Pool, anbräunen. Strand und Wasser sind zwar nicht ganz algenfrei, aber das tut dem Badevergnügen keinen Abbruch. Danach noch mal ablöschen im Süßwasserpool vom Hotel. Aber nach zwei Stunden gönnen wir unserer Haut mal etwas Erholung und ruhen im Zimmer aus.

Nach Mittag gehen wir etwas durch den Ort und finden einen kleinen Imbissstand, wo wir lecker für nur 265Pesos essen und trinken. Und weil die Kinder noch tapfer etwas Tostadas und Guacamole gegessen habe, gibt es danach auch noch ein Eis/gefrorenene Schokobanane für alle. Das Ende des Rundganges ist wieder der Strand, der wegen des Feiertages voll ist. Die Kinder toben sich im Sand aus. Abends haben wir nicht so recht Hunger und essen auf dem zentralen Platz ein paar Pommes und Churros. Leider treibt uns eine müde Rieke wieder ins Hotel zurück.
Wir verlängern unseren Aufenthalt noch um zwei Nächte (weitere 1000Pesos/Nacht). Puerto Morelos gefällt uns, es hat trotz seiner Nähe zu Cancun noch genug ursprünglichen mexikanischen Charme behalten um reizvoll genug zu sein. Die anwesenden Touristen fallen nicht wirklich ins Gewicht, es sind in der Überzahl mexikanische Urlauber.

02.01.2013, Mittwoch
Puerto Morelos
Heute wachen wir gegen 5:30 alle auf. Wir zögern das Aufstehen noch raus, aber gegen acht gehen wir auf die Suche nach Frühstück. Das Restaurant nebenan erscheint uns zum Schluß wie ein schlechter Kompromiss, aber das Essen ist reichhaltig und brauchbar (250Pesos). Danach gibt es wieder eine Strand/Pool-Session, wobei die Kinder der Pool bevorzugen. Mittags versorgen wir uns mit Brötchen uns Rosinenschnecken aus dem Ort, die wir am Morgen im Prinzip zum deutschen Preis gekauft haben.

Abends stoßen wir bei unserer Suche nach Essen auf ein Fischrestaurant auf der anderen Seite der Promenade. Mit den Füßen im Sand essen wir ein kleine gemischte Shrimps/Scallops/Fischplatte mit Tostadas und danach noch Shrimps Tacos und Fischplatte. Total genial, wir laben uns am zu Hause eher sparsam verwendeten Koriander in allen Gerichten und den frischen Meeresfrüchten. Kostenpunkt 430Pesos, allerdings habe ich auch drei Bier getrunken und Antje noch einen Margeritha.


Tulum03.01.2013, Donnerstag (110km)
Puerto Morelos - Tulum
Wir wollten eigentlich woanders frühstücken, aber der Laden macht erst gegen 9:30 auf. Wir sind allerdings schon wieder um 6:00 alle fit. So wird es wieder der Laden nebenan. Danach noch einmal Pool, Packen und auf nach Tulum, wo wir gestern schon das Lobo Inn reserviert haben. Wir tanken und machen uns auf nach Süden. Es ist gefühlt wärmer geworden. Die letzten Tage war es meist noch mit Wolken am Himmel, heute ist der Himmel wolkenfrei.

Auf der Schnellstraße geht es zügig mit 110 voran. Bis plötzlich der uns überholende bremst und Teile durch die Gegend fliegen. Eine Kuh ist ihm vor das Auto gelaufen und hat ihn frontal erwischt. Ich weiche aus, hatte sie auch nicht gesehen, weil ich mich auf ihre am Straßenrand stehende Freundin konzentriert hatte. Für uns geht alles gut, unser VW ist nur etwas mit Kühlerflüssigkeit und Blut bespritzt. Die anderen steigen auch etwas benommen aus dem Auto. Wir fahren schließlich weiter, es haben genug andere gehalten, die helfen.

In Tulum finden wir an der Kreuzung zum Tempel das Lobo Inn. Wir sind viel zu früh. Es stellt sich als ein Hostel heraus. Das gezeigte Zimmer ist unter dem Dach mit steiler Treppe. Da es noch nicht fertig ist, entschließen wir uns, uns nochmal auf die Suche nach Geld zu machen. Beim zweiten Automaten bekommt Antje schließlich auf Ihre Karte Maestro Karte 10000Pesos. Endlich wieder flüssig.

Angesichts der frühen Stunde entscheiden wir uns heute schon den Tempel anzuschauen. Im „Lobo Inn“ bekommen wir ein etwas sehr herunter gekommenes Zimmer mit einem Doppel- und einem Einzelbett gezeigt. Da es aber ohne ungesicherte Treppe ist, nehmen wir es (650Pesos). Leider ist keines der kostenfreien Fahrräder mehr verfügbar. So nehmen wir den Wagen für die 300m zum Parkplatz am Eingang der Anlage (Parken 40Pesos) und nehmen von dort den Zubringerzug (40Pesos) zum Eingang. Beim Eintritt sind die Kinder umsonst, für uns je 57Pesos.

Die Anlage wirkt wie im Führer beschrieben eher durch ihre Lage als durch die Einzelbauwerke. Schön gelegen mit großen Flächen, aber auch zu dieser relativ späten Stunde (16:00) recht voll. Zum Abschluß gehen wir noch an den kleinen Strand unterhalb der Anlage. Buddelzeit. Zum Schließen der Anlage werden wir vom Strand getrieben.
Zum Abendessen nehmen wir einen Tip aus dem Führer, wieder eine Pescarderia „El Camello“ am Südende von Tulum. Wir müssen um 17:00 schon Schlange stehen. Aber es lohnt sich, gleiche Mengen und Qualitäten wie gestern für 360Pesos. Im Hostel dann noch etwas email, Kinderspiele und Duschen.

04.01.2013, Freitag (60km)
Tulum - Coba
CenoteMan wird alt, solche Übernachtungen sind nichts mehr. Hat man früher mal wegen Geldmangel gemacht, aber wir sind uns einig, daß wir inzwischen schon einen etwas anderen Standard in Sachen Sauberkeit haben. Nichtsdestotrotz haben wir immerhin bis 6 Uhr geschlafen, selbst ich in meinem Feldbett mit Strohmatratze. Leider müssen wir noch bis 9 Uhr auf das im Reiseführer gepriesene Frühstück warten. Es erweist sich als OK.

Wir packen ein und fahren in einer Dreiviertelstunde nach Coba. Dort hatten wir ebenfalls von Puerto Morelos aus etwas reserviert, das Hostelito „Sac-Be“. Wir schauen noch unten am Seeufer, aber das dortige Hotel mit Pool hat inzwischen geschlossen. Das „Sac-Be“ ist aber sehr sauber und freundlich, eine Freude gegenüber letzter Nacht. Und dabei ist es auch noch 100Pesos billiger (550Pesos).

Wir schlendern schon mal am See entlang. Mit Thorben schaue ich mir für 20Pesos Krokodile an. Sonst gibt es aber nicht viel zu entdecken. Der Parkplatz am Eingang der Anlage ist voll mit Tourbussen. Es scheint auch ein beliebtes Ziel für Tagestouren aus Cancun oder Playa del Carmen zu sein. Nach einer Mittagspause mit Fruchtsäften und kleinen Snacks legen wir Rieke hin und ich dusche erst mal ausgiebig.

Nachmittags fahren wir zur Cenote südlich von Coba. Die erste soll angeblich flachere Becken haben, die für Kinder geeignet sind. Nach 45Pesos/Person (Kinder frei) sind wir klüger – flach ist der erste halbe Meter. Das Wasser ist mit 20° nicht unbedingt warm, aber da der Unterschied zur Umgebungsluft nicht so groß ist, kommt es einem nicht so kalt vor.

Abends gehen versuchen wir noch Piste ein Hotel zu reservieren, da wir die Idee haben Ek Balam nur im Vorbeifahren morgen zu machen. Aber es klappt nicht, wir wollen dann morgen doch erst mal nur nach Ek Balam fahren. Internet geht im Hotel nicht, wir müssen immer zum Internet Cafe beim See und die Telefonnummern im Führer funktionieren auch nicht. Am Ballplatz gehen wir im kleinen Restaurant „El Amistad“ essen. Guacamole, Tortas (Brote) für die Kinder und für uns Tacos und Empadilas. Das ganze für nur 175Pesos inkl. Einiger Getränke. Günstig und gut.


Coba05.01.2013, Samstag
Coba
Heute wollten wir mal früh los, Frühstück soll es angeblich auch schon ab 7:30 geben und wir schlafen das erste Mal aus = 8:00. Haben wir den Jetlag tatsächlich überwunden? Frühstück ist im Zimmerpreis enthalten und das Frühstück auch ausreichend. Aus den öffentlichen Lautsprecherdurchsagen hört Antje nach ein paar Mal heraus, daß es heute Nachmittag eine kleine Fiesta für die Kinder gibt. Es ist morgen Heilige Drei Könige, hier in Mexiko das Fest der Kinder, an dem es Geschenke gibt. Wir entscheiden das mitzumachen und noch eine zusätzliche Nacht zu bleiben.
Die drei Könige
Danach gehen wir zu den Tempelanlagen, wie üblich 57Pesos je Erwachsener. Gleich hinter dem Eingang nehmen uns angesichts der Beschreibungen im Führer eine Rikscha. Der gute Mann hat die nächsten zwei Stunden mit uns vieren gut zu tun, aber zum Glück ist es noch etwas bewölkt (morgens hatte es sogar ganz kurz geregnet). Die große Pyramide ist sehr beeindruckend, wir können auch hinauf steigen und die Aussicht bewundern. Der Rest sind mehr oder weniger zerfallen, leider auch fast immer ohne Hinweistafeln, was es gerade zu sehen gibt. Wenn man keinen lebendigen oder gedruckten Führer hat, ist man verloren. Die vielen Stelen sind leider auch nur andeutungsweise mit Hilfe der teilweise vorhandenen Bilder zu erkennen.

Auf dem Rückweg genehmigen wir uns noch einen Imbiss im La Amistad. Im Hotel machen wir noch eine kleine Ruhepause, bis wir uns gegen 14:00 auf den Ortsplatz begeben. Dort werden gerade die Penatas aufgehängt und die mexikanischen drei Könige laufen ein. Alles wirkt ganz locker, die Könige bolzen auch eine Runde mit den Jugendlichen. Schließlich geht es los, alle Kinder getrennt nach Geschlecht in zwei Reihen (Thorben stellt sich mit an, Rieke will nicht) und dann wird immer auf die Penata geschlagen bis sie aufplatzen. Dann stürzen sich alle Kinder auf die Süßigkeiten. Als sich der Trubel legt gibt es für alle Kuchenstücke, ein paar warme Worte der angereisten Honoratioren und ein paar Plastikspielzeuge für die Kinder. So kommt Rieke zu ihrer ersten „Barbie“ und Thorben zu seinen ersten Soldaten.

Nachmittags werden die Neuzugänge bespielt und wir hängen ab. Abends essen wir noch mal zum Abschluß im „La Amistad“. Die Kinder sind dort fasziniert von Ice Age, wir schauen es im Hotelzimmer zu Ende.

Ek Balam06.01.2013, Sonntag (200km)
Coba – Chitchen Itza
Nach dem Frühstück brechen wir auf. Die Wirtin hat den Kindern das Frühstück wie angekündigt separat abgezogen, der Wirt am Tag vorher nicht. Wir verfahren uns auf dem Weg nach Ek Balam etwas, da die in Puerto Morelos gekaufte High-Tech Karte (wasserfest) leider nicht die seit Jahren vorhandene Umgehung von Valladolid eingezeichnet hat. So kommen wir erst gegen 11:00 dort an. Hier kostet der Eintritt etwas mehr, weil er sich in staatlichen und bundesstaatlichen aufteilt = 92Peso. Aber es lohnt sich, eine wunderschöne Anlage, vieles erhalten mit einer großen Pyramide zum Erklettern mit einer tollen Aussicht über das platte Land.

Kurz vor Mittag machen wir uns auf nach Chitzen Itza. Wir treffen als erstes auf das "Alba Dolores" am Osteingang der Anlage. Es wirkt schön und sauber und hat einen Pool (750Peso mit Frühstück). Wir nehmen es, weil das gegenüber liegende an der Cenote erstens teuer (1250) und zweitens total überlaufen ist mit Tagestouristen, die alle nach Chitzen Itza noch mal naß werden wollen.

Nach einem abkühlenden Poolgang fahren wir zum Waschen und Essen nach Piste. Leider sind wir trotz mehrerer Nachfragen nicht in der Lage eine Wäscherei zu finden. Aber am zentralen Platz finden wir diverse Angebote von Lancherias, von denen wir eines beglücken. Ist ganz gut. Danach sehen wir uns auf dem zentralen Platz noch die Feier zu Ehren der heiligen drei Könige an. Sehr kurzweilig und lustig. Unter viel Musik werden Figuren auf den Platz getragen und dann tanzend im Kreis getragen. Dazu wird literweise Tequila verspritzt als Weihwasser für alle.

Im Hotel werden die Kinder vom beginnenden Regen, genauer gesagt Regengüssen aus dem Pool vertrieben. Es schüttet so, daß ich die 10m zum Restaurant in zentimetertiefem Wasser wate. Es hört erst spät auf.

Chichen Itza07.01.2013, Montag (150km)
Chitchen Itza - Tecoh
Wir wollen früh in die Anlagen von Chitchen Itza, klappt aber nicht ganz. Beim Stellen von Antjes Handy haben wir uns zwar verrechnet, aber stehen trotzdem gegen 7Uhr im Restaurant. Aber statt wie angekündigt Frühstück, sehen wir nur wie die Tische gedeckt werden. Nach einem mageren Frühstück fahren wir kurz nach 8Uhr los. Das Gepäck lassen wir im Hotel.

Parken kostet 25Pesos, der Eintritt ist auf 182Pesos/Person erhöht worden gegenüber den Angaben im Führer. Dafür sind die Leistungen reduziert worden, es gibt abends keine Lichtshow mehr. Um diese Zeit sind wir noch ziemlich alleine in der Anlage. Auf dem Parkplatz stehen noch 20 andere Autos. So schlendern wir herum. Erkunden kann man kaum etwas, es ist alles gesperrt. Nirgendwo kann drauf oder rein. Es ist ein Ausgrabungsstätte hinter Absperrungen. Archäologisch verständlich, aber nicht besonders interessant für den interessierte Laien. So sind wir aber schon gegen 11Uhr fertig, die Kinder allerdings auch.
Gegrilltes
                Huhn
Gegen den starken Strom der jetzt verstärkt anreisenden Reisebusse gehen wir zurück zum Auto. Im Hotel können wir noch einmal zum Abkühlen und Neumotiveren in den Pool. In Piste nehmen wir noch ein Mittagessen in einer der allgegenwärtigen Hähnchenbraterein zu uns. Lecker. 155Pesos mit einem Krug Limonade und einer Portion Quesadillas.

Als nächste Ziele hatten wir uns die Haciendas südlich Meridas und die Cenote Cuzama vorgenommen. Abends haben wir im Internet geschaut, die einzige Herberge in der Nähe ist entweder in Merida (wo wir wegen Kindern nicht hin wollen) oder bei Tecoh südlich von Acanceh. Die Strecke ist schnell und gut ausgebaut, bis auf die vorletzten Kilometer auf der Querverbindung nach Acanceh. Das Hotel „Na Lu'um“ liegt an der Umgehungsstraße von Tecoh, wie wir nach einigem Suchen feststellen. Der Preis ist mit 1000Pesos recht hoch, trotz totalem Leerstand kommt er uns nur 50Pesos entgegen.

Leider sind wir inzwischen für eine Besichtigung der Hacienda mit der Sisal Produktion zu spät (es ist 15:00), so daß wir erst mal nach Tecoh fahren, um uns dort umzuschauen. Viel gibt es nicht, alles noch zu. Nur freies WiFi gibt es auf dem Zocalo. Ich hole gleich mal das Netbook aus dem Hotel. Um 17Uhr macht auch der einzige Friseur im Ort auf, zum dem Thorben und ich gehen. Als wir drin sitzen, fängt es draußen an zu schütten wie gestern. Das Haareschneiden kostet gerade mal 160Pesos für uns beide.

Unsere Essenssuche hernach ist total erfolglos. Tecoh bietet um diese Uhrzeit (6Uhr) nichts. Angeblich machen um 9Uhr noch zwei Läden auf, alle Imbissstände, die normalerweise auf dem Zocalo sind, sind von dem Regen vertrieben worden, durch den wir auch zum Auto waten. So essen wir zwar recht gut, aber teuer im Hotel und erinnern uns erst im Hotel, daß genau gegenüber eine Fernfahrerkneipe an der Straße ist, die man mal hätte probieren können.

Hacienda08.01.2013, Dienstag (165km)
Tecoh – Oxkutzcab
Leider sind wir wohl etwas anfälliger als die Maya, nach deren Baustil die Bungalows erbaut wurden. Wir wachen etwas zerstochen am Morgen auf. Das Frühstück ist OK.

Wir fahren als erstes zur Hacienda „Setuda de Peon“ obwohl wir sehr spät aufgewacht sind. Angeblich fangen die Führungen um neun und um eins an, wir sind aber erst um neun aufgewacht. Wir sind erst gegen 10:30 da, aber können erst den zweiten Teil der ersten Führung und danach den ersten Teil machen. So werden wir auf einer Lore von einem Muli gezogen durch die Sisalfelder gefahren bis zu der Cenote der Hacienda. Dort können wir alle schwimmen gehen. Dann bekommen wir praktisch noch eine Einzelführung von dem Führer, der uns die Hacienda zeigt und die Sisalfaser Produktion erläutert. Kurz vor zwei ist die ganze Führung für uns vorbei. Wir überlegen noch in dem garnicht so teuren Restaurant zu essen, aber Rieke ist kurz vor dem schlafen, so daß wir weiterfahren.

Die Orientierung ist garnicht so leicht. In Orten hört sie auf kleinen Straßen plötzlich auf, manchmal ist nicht klar, was die Hauptstraße ist. Wir schaffen es aber wieder auf die große Hauptstraße. In Telchaquilo suchen wir etwas zu Essen, stoßen aber nur auf einen kleinen Laden, der Antje allerdings zusagt etwas zu zaubern. Klappt nur bedingt. Trotz deutlicher spanischer Bestellung von fleischloser Kost gibt es nicht nur das Rührei mit Schinken, sondern die Quesadillas ebenfalls. Ich bekomme ein paar Stücke Fleisch. Das ganze ist mit 115Pesos deutlich zu teuer.

MayapanEin Stück weiter biegen nach Mayapan ab, eine kleine Anlage. Sie ist sehr übersichtlich und als wir da sind huschten dort nur ein Bus Japaner und ein paar Amerikaner durch. Als diese weg sind, hatten wir die Anlage im Abendlicht ganz für uns. Ein herrliches Gefühl. Sie ist Chichen Itza nachempfunden, alles nur eine Nummer kleiner. Auf die Pyramiden kann man überall noch raus.

Als wir uns gegen 16:30 auf den Weg machen, müssen wir uns sputen. Wir wollen noch Oxkutzcab erreichen. Wir haben inzwischen aufgegeben auf andere Hotels am Weg zu hoffen, die nicht im Führer erwähnt sind. Wir haben bisher nichts gefunden. Das im Führer empfohlene Hotel „Puuc“ (400Pesos ohne Frühstück) ist leicht zu finden, es gibt in der Stadt noch mehr Hotels, dieses liegt etwas abseits der Hauptstraße und hat einen Pool.

Diesen nutzen wir und gehen danach auf den Zocalo, Vorher können wir auch noch eine Querstraße weiter unsere Wäsche abgeben. Wir schlendern herum, bleiben schließlich am Markt hängen, wo ich mit den Kindern am Imbiss einen Hamburger und Antje eine Chow Mein essen. Dazu Orangensaft frisch satt für 8Pesos pro 0,5l Flasche. Kein Vergleich zu heute Mittag, weder von der Qualität noch vom Preis. Die Kinder toben noch etwas vor dem Zubettgehen auf dem Spielplatz herum. So hatten wir uns das eigentlich in Tecoh vorgestellt. Heute war das Wetter auch durchgehend besser.

Labna09.01.2013, Mittwoch (90km)
Oxkutzcab – St. Elena
Mit Frühstück und frisch gewaschener Wäsche (35Pesos) fahren wir weiter, überlegen noch kurz ob wir die Grotten machen, aber das ist eigentlich nichts für Kinder. Fremde Erklärungen, eine Stunde in dunklen Höhlen, keine Aktion. Labna schauen wir uns noch für 84Pesos an. Nett, auch recht verlassen und trotzdem noch was zu sehen. Bei den folgenden Stätten sind unsere beiden schon eingeschlafen und wir fahren durch bis St. Elena. Das „SacBe“ Hotel am Ortseingang ist schön, nur der Pool etwas sehr in der freien Sonne. Das „Pickled Onions“ ein paar Meter weiter erfüllt alle unsere Wünsche, super Bungalows und einen schönen Pool für 750Pesos inklusive Frühstück.

Diesen nutzen wir auch gleich. Erst um vier gehen wir zum Essen ins „Chac Mool“ ein Stück weiter. Danach schauen wir in den Ort, aber hier ist um diese frühe Zeit (fünf Uhr) noch nichts offen. Es wird nur alles für eine Fiesta aufgebaut.

Wir ruhen uns noch etwas im „Pickled Onion“ aus, die Kinder schlafen eine Runde und dann fahren wir in den Ort. Es ist immer noch nicht so viel los, aber die Buden haben jetzt alle offen. Wir suchen den Bierladen, kaufen uns zwei und konsumieren sie illegalerweise auf den Stufen der Kirche. Oben in der Kirche spielt Blasmusik. Kurz nach 21:00 kommen die Musiker schließlich auf den Aufstieg zur Kirche. Es werden immer weiter Raketen zur Musik gezündet. Schließlich zünden auch die Feuerwerks“techniker“ unten auf dem Platz Stück für Stück ihr Arsenal. Wir haben vorher beobachtet, wie sie aus Aluminium, Pappröhren, Holzstielen und Schnüren Raketen und Kracher bastelten. Eine Lehrstunde für den TÜV bei uns in Sachen Machbarkeit. Der Höhepunkt sind die Male, die einer der Feuerwerker mit ein Schwein auf dem Kopf hinter den wegrennenden Kindern unten auf dem Platz herrennt und sein Kopfschmuck mit Krachern und Knallfröschen um sich schießt. Nicht ganz ungefährlich, auch uns verfehlt so ein Geschoß nur um wenige Meter. Um 22:30 setzt sich der ständig schräg spielende Musikzug in Bewegung, das Feuerwerk hat ein Ende. Wir setzen uns auch in Bewegung – ins Bett.

Uxmal10.01.2013, Donnerstag (90km)
St. Elena
Wir haben mal wieder das Smartphone gestellt zum Aufwachen. Nach einem leckeren Frühstück (ein letztes Argument für eine Verlängerung nach der hervorragenden Nacht) fahren wir nach Uxmal, wo wir am Anfang ziemlich alleine durch die Anlagen streunen und der guten Beschreibung des Führers folgen. Wir können alles in Ruhe genießen. Eine klasse Anlage, viel zu sehen, auch in Details die erkennbar sind. Aber gegen 11:00 ist es für die Kinder genug, und wir fahren zurück.

Da Rieke einschläft nutzen wir die Gelegenheit nach Tikul zum Tanken zu fahren. Dort ist die nächste Tankstelle. Anschließend gehen wir noch auf den Markt eine Kleinigkeit essen. Im Hotel kann Thorben seinen neu erworbenen Puzzle-Dino zusammen bauen. Dann geht es für alle in den Pool. Abendessen haben wir heute im Hotel. Es ist ganz gut, aber erstens sehr fleischlastig und zweitens ziemlich schwach gewürzt. Während wir essen, fängt es an zu gießen, und wir haben schon Befürchtungen, daß unser geplanter Besuch der Lichtshow in Uxmal ins Wasser fällt. Aber wir fahren trotzdem hin, sind gegen 19:00 und im Hof des Nonnenklosters läuft schon die Geschichte, untermalt von Lichteffekten auf allen Gebäuden. Nach einer Stunde ist alles vorbei, für die Kinder reicht es auch (alles in Spanisch). Im Hotel setzen wir uns noch für einen Mojito und einen Daiquiri ins Restaurant nach dem Kinder-Zubettbringen. Die Besitzerin (Valerie) erzählt noch, daß sie das einzige offene Restaurant in der ganzen Umgebung hat, als sie um 21:00 uns mehr oder weniger hinaus komplementiert.

HoppelchenEdzna11.01.2013, Freitag (250km)
St. Elena – Cambochon
Nach einem weiteren guten Frühstück gehen die Kinder noch einmal in den Pool. Wir packen und danach geht es los nach Westen. Durch das Tor von des Bundesstaat Campeche geht es auf langen schnellen Straßen schnell voran. Erste Station ist Hopelchen. Schon vor der Stadt fallen uns die gut gepflegten Bauernhöfe und Felder auf. Wie im Führer beschrieben leben hier viele Menoniten, deutschstämmige Bibelfundamentalisten. Wir essen etwas, schlendern etwas herum und setzen uns dann in unseren gut durchgeheizten Wagen. Zum Glück hat er Klimaanlage.




WeihnachtsmannGolf von Mexiko12.01.2013, Samstag (295km)
Campochon – Palenque
Der Wecker hat nicht funktioniert, wir waren aber trotzdem um 7:00 auf. Das Cafe „Napoli“ nebenan sagt uns nicht zu, aber wir bekommen ein super Frühstück im Markt neben dem Busbahnhof. Um 8:30 sitzen wir im Auto und nehmen die Küstenstraße nach Sabancuy. Der Ort sieht genauso schön aus wie Campochon und hat auch Hotels. Auf den schnellen großen Straßen dauern die 290km bis Palenque ohne Pause dreieinhalb Stunden.

In Palenque suchen wir ein Hotel am Zocalo, werden mit dem Hotel „Palenque“ fündig. Es besitzt Parkplatz und Pool. Zimmer auch schön. Auch hier ist es wieder relativ leer. Wir zahlen 550Pesos für ein Doppelzimmer mit zwei Kingsize Beds inklusive Frühstück. Wir gehen um die Ecke zu einem Imbiss essen. Auch hier wieder mal Guacamole, aber sie ist nicht besonders. Danach Poolzeit!

Abends gehen wir die Juarez hoch, Antje stöbert in allen Schuhläden für Sandalen für Rieke. Rieke rennt zielgerichtet auf ein paar kleine Cowboystiefel zu und will sie haben. Aber für 300Pesos ist uns der Preis für etwas nur in der Faschingszeit genutztes zu hoch. Oben an der Straße gehen wir in ein nett aussehendes Restaurant. Aber auch hier die Guacamole und der Rest relativ lasch. Auf dem Zocalo spielt eine Marimba Combo und es wird dazu getanzt. Thorben und Rieke haben zusammen mit anderen Kindern Spaß beim Seifenblasenjagen. Spät geht es ins Bett.

Misal HaAgua Azul13.01.2013, Sonntag (160km)
Palenque
Wir erhöhen die Übernachtungszahl gleich auf drei. Nach dem etwas spartanischen „Continental breakfast“ fahren wir mit dem Auto die 60km nach Agua Sul, den hohen Wasserfällen in der Gegend (38Pesos/Person). Auf dem Weg gibt es öfters über die Straße gespannte, behängte Schnüre von bettelnden Kindern. Am Wasserfall Touristenstände ohne Ende, aber die Anzahl der Besucher ist trotz Sonntag überschaubar. Superschön mit dem türkis-farbenden Wasser. In der Wasserstelle oberhalb der Fälle planschen die Kinder ein wenig. Mittags essen wir in einer der Touri Restaurants den lokalen Mojarra (Fisch). Sehr lecker für 80Pesos.

Auf dem Weg zu dem Misol-Ha Wasserfall schlafen die Kinder eine Runde, kein Wunder, es ist anstrengend. Obwohl unsere Erwartungen nach dem Motto „Naja, noch ein Wasserfall“ nicht hoch sind, werden wir doch positiv überrascht. Die ist ein einzelner richtig hoher Fall, der seinen zusätzlichen Unterhaltungswert aus der Tatsache zieht, daß man hinter ihm langgehen kann. Wir bleiben bis kurz vor vier, dann fahren wir zurück. Eis essen, Pool, Essen, das übliche Programm. Auf dem Zocalo ist gerade Künstlerfest mit Tanzgruppen oder Sängern. Wir schauen etwas zu und beobachten auch die anderen Künstler auf dem Platz. Einer, der mit Spraydosen Bilder oder Lesezeichen macht, hat es Thorben besonders angetan. Er kann sich garnicht mehr lösen. Wir kaufen ihm schließlich ein Lesezeichen mit dieser Technik für 20Pesos.


PacalPalenque14.01.2013, Montag (20km)
Palenque
Wir sind um kurz nach neun an den Mayastätten von Palenque (57Pesos/Person). Es ist bedeckt und schwül. Wir schauen uns die Grabkammer von Pacal, dem großen Herrscher an. Auf den großen Tempel daneben inkl. Grabkammern darf man nicht mehr. Antje ärgert sich etwas, weil sie glaubt bei Ihrer damaligen Amerikareise noch die Chance dazu gehabt hätte. Wir können noch durch die Gänge und Räume des Palacios streunen. Thorben ist immer auf der Suche nach neuen Gängen. Es gibt sogar erkennbare Fresken. Die Kreuzgruppe beeindruckt mich fast am meisten, drei Tempel um einen kleinen Platz herum angeordnet. Alle sind erkennbar und begehbar. Durch die Gruppo Norte gehe ich zum Auto zurück und Antje mit den Kindern zu Fuß zum Museum, um noch die Nachbildungen der Totenmasken zu sehen. Als wir uns dort treffen, heißt es wieder „Geschlossen“. Schon recht eigenartig in der Hauptsaison solchen Attraktionen zu schließen. Es reiht sich in die abgesetzte Lichtshow in Chichen Itza ein.

Essen, Mittagsruhe, Pool, Wäsche abholen (2kg=35Pesos). Abendessen diesmal nur Kleinigkeiten und wieder länger auf dem Zocalo rum gehangen.

15.01.2013, Dienstag (170km)
Palenque – Frontera Corozal
Morgens wird uns das Frühstück durch schimmliges getoastetes Brot etwas verleidet, auch wenn es heute Bananen und Joghurt für Müsli gibt. Wir brechen danach auf nach Frontera Corozal auf, tanken am Kreisel noch einmal voll. Die im Führer erwähnten tückischen, nicht angekündigten Topes gibt es immer noch zu Hauf. Das macht die ersten 150km an sich schon etwas anstrengend. Die 15km von der letzten Kreuzung sind allerdings heftiger, statt Topes gibt es jede Menge Schlaglöcher. Zum Glück habe ich einen Taxifahrer, an den ich mich ranhängen kann, was das Fahren etwas stressloser macht.

Wir checken die beiden erwähnten Unterkünfte („Nueva Allianza“, „Escudo Jaguar“) sind beide im Bereich von 700-800Pesos ohne Frühstück, was für die Lage und das gebotene deutlich zu viel ist. Wir nehmen bei der „Possada Lisbeth“ ein einfaches Doppelzimmer für 400Pesos. Wir gehen noch mal zur Bootsanlegestelle, aber die letzten Boote nach Yaxchilan fahren gegen 13:00. Aber wir können für morgen früh gegen 8:00 jemanden für 600Pesos „buchen“. Abendessen gibt es nahe dem Ortseingang beim Restaurant „Corazon“ sehr lecker.

Yaxchilan16.01.2013, Mittwoch (170km)
Frontera Corozal – Palenque
Um 6:30 klingelt heute tatsächlich mal das Smartphone. Draußen ist es noch grau und neblig. Leider hat die leckere Kost von gestern bei Antje ein Nachspiel. Wir vermuten das frische ungekochte Gemüse von ihrer vegetarischen Platte als Ursache für ihren Durchfall und die schlechte Nacht. Wir anderen drei frühstücken in der „Escuado Jaguar“ für 112Pesos ganz gut. Am Kassenhäuschen (55Pesos/Person für Yaxchilan) an der Anlegestelle, die übrigens auch die Anlegestelle für die Boote nach Guatemala ist, wartet schon der Bootsführer. Dann geht es 40 Minuten mit der Strömung zu der Stadt mitten im Dschungel.

Wir sind die ersten, die um 9:00 dort herum laufen. Wir klettern erst einmal die steile Treppe zur Akropolis hoch, schweißtreibend und auch überzeugend für mich, daß Mückenmittel notwendig ist. Leider ist alles so zugewachsen, daß es auch von der hoch liegenden Anlage keine Aussicht gibt. Aber hier gibt es die Glyphen in den Türstürzen zu sehen. Wir gehen den flußseitigen Weg entlang und kommen so seitlich in die im Dschungel gelegene Anlage. Leicht mystisch, alles still, außer den Brüllaffen und dem Dschungelhintergrund. Teilweise dem Dschungel wieder entrissene Gebäude. Der große zentrale Platz dazwischen ist gerodet, die gut teilweise supergut erhaltenden Stelen sind aufgestellt oder überdacht. Antje ruht sich auf dem Platz aus, die Kinder helfen ihr dabei weil sie keine Lust mehr auf Steine haben, aber ich steige noch hoch zum Königspalast. Das ist in der feuchten Dschungelluft extrem schweißtreibend, aber es lohnt sich. Imposant, besonders auch die skulptierten Steine mit gut erkennbaren Darstellungen der Thronbesteigung. Nach knapp zwei Stunden steigen wir wieder ins Boot. Kurz nach 11:00 sind wir wieder an der Anlegestelle, setzen uns ins Auto und fahren zurück nach Palenque.

Auf dem Weg gibt es viele Polizei- oder Militärkontrollen, die uns aber wegen dem Mietwagen immer durchwinken. In Palenque tanken wir noch einmal und nehmen dann das Hotel „Avenida“ nahebei, daß uns für 400Pesos aufnimmt. Wir essen Quessadillas nebenan und gehen danach in den Pool. Aber erstens liegt er jetzt um drei schon im Schatten und zweitens ist das Wetter heute etwas bedeckt, schon mit regendrohenden Wolken, so daß wir garnicht lange drin bleiben. Aber um abzukühlen reicht es. Abends regnet es auch noch richtig.

Schild17.01.2013, Donnerstag (370km)
Palenque – Xpujil
Morgens geht es Antje besser, allerdings entdeckt sie jetzt eine vollgesogene Zecke an ihrer Hüfte. Aber sie fällt von selber ab, es scheint nichts zurück zu bleiben. Wir gehen in das Restaurant von gestern, obwohl sie sich gestern schon eigenartig verrechnet hat. Leider ist das Frühstück eines der magersten der Reise, im Frühstückspaket für 60Pesos sind ein Toast, ein Kaffee, ein O-Saft und eine Schale Cornflakes enthalten.

Es hat die ganze Nacht geregnet und regnet noch weiter die ganze Fahrt über. Wir fahren durch bis zu einer Fernfahrerraststätte kurz vor der Abzweigung nach Sabancuy und essen dort extrem lecker und mit gutem Service Mittag (170Pesos). Dann geht es langweilig, einsam und schnell weiter zur Abzweigung nach Calakmul. Das dortige Hotel will sagenhafte 2500Pesos, die nächsten Cabanas sind erstaunlicherweise ausgebucht und die „Ecolodge“ danach auch 1700Pesos. Wir fahren weiter bis Xpujil, haken Calakmul ab, auch weil das Wetter zwar nur noch leicht nieselig ist, aber nicht zu irgendwelchen Aktionen animiert. Wir checken die drei Hotels im Ort und entscheiden uns schließlich für das Hotel „Victoria“ für 400Pesos (ohne Frühstück). Einfach, sauber, in der Nähe der Kreuzung.

Calakmul18.01.2013, Freitag (230km)
Calakmul
Nach einer recht lauten Nacht entschließen wir uns angesichts des passablen Wetters doch noch Calakmul zu machen. Auf dem Weg zurück checken wir im „Rio Bec Dreams“ ein. Das kostet zwar 1450Pesos ohne Frühstück, macht aber generell aber einen sehr guten Eindruck.

Die ersten 20km von der Haupstraße sind recht flüssig (Straßennutzung 112Pesos), danach geht es 40km auf einer mehr oder weniger einspurigen Straße durch dichten Regenwald deutlich langsamer. Es zieht sich. Wir sind teilweise am Zweifeln ob wir auf der richtigen Straße sind, aber es gibt eigentlich keine Alternative. Erlösend taucht der Eingangsbereich auf. 46Pesos/Person später beginnt die Erkundung. Erst ein kleiner Fußmarsch, dann die in ihren Grundmauern erkennbare Akropolis. Wir haben zum Glück im Hotel eine Beschreibung bekommen, so können wir einen Tip befolgen und auf verschlungenen Wegen auf eine Pyramide steigen, und bekommen einen schönen Blick auf die anderen aus dem Regenwald heraus ragenden Gebäude (ein Supertip). Danach waren wir auf der großen Plaza mit seinen großen Pyramiden. Wir besteigen die höchste Pyramide Mexikos, die zweithöchste nach Tikal, mit dem Calakmul in einer Art Dauerkrieg lag. Ein weiter Blick über den Dschungel öffnet sich. Die beschriebenen Affen sehen wir nicht, unsere Kleinen sind so laut, daß alle Tiere fliehen. Am Ende unserer 4-Stunden-Besichtigung besteigen wir noch einmal die der großen Pyramide gegenüber liegenden Pyramide 13 und genießen letzte Momente der Ruhe über dem Urwald. Es ist den ganzen Tag bedeckt, fast frisch gewesen, so daß dieser lange Ausflug auch mit den Kindern gut machbar war.

Durch den sich hinziehenden Rückweg auf der engen Zufahrt sind wir erst kurz vor der Dämmerung auf der Hauptstraße. Kurz vor unserem Hotel halten wir bei einem Truckstop und essen wieder lecker. Thorben und Rieke haben sich inzwischen an die Quessadillas gewöhnt. An der Bar des Hotels lauschen/beteiligen uns an den „Reisenden“, die das gute Essen loben (das aber nicht viel mit dem mexikanischen zu tun hat – ich sage nur Tagesgericht Pork-au-vin). Unsere Hütte liegt im Urwald, mit beleuchtetem Weg, aber die Kinder wollen leider nicht alleine schlafen gehen. So wird aus dem gemütlichen Barabend auch für uns nicht. Aber wir haben auch nicht das Gefühl, daß wir hier so richtig rein gehören.


Chetumal Museum19.01.2013, Samstag (140km)
Calakmul – Chetumal
Auch diese Nacht ist wieder recht laut, nichts von wegen Dschungel-Cabanas. Es scheint so, daß die Lastwagen erst nachts auf die Strecke gehen und wir hören sie alle. Nach einem teuren brauchbaren Frühstück (2 Stück Extratoast für 1,50€) in der Sonne fahren wir nach Geldholen und Tanken erst gegen 11:00 gen Küste. Nach ein paar Kilometern machen wir einen Abstecher nach Kohunlich, einer etwas abseits gelegenen Anlage (55Pesos/Person). Es gibt einen Rundweg durch die Anlage, nicht besonderes. Es steht noch relativ viel , das Highlight ist der Tempel de Mascarones mit gut erhaltenen Köpfen des Sonnengottes Kinch-Ahau.

Auf der Hauptstraße halten wir an dem nächsten kleinen Lokal am Weg. Für mich gibt es leckeres Tagesgericht mit Huhn und Kaktus, Antje und die Kinder essen Reis mit Bohnen und Gemüsesalat. Wir entschließen uns noch nach Chetumal zu fahren, statt vorher an die Küste abzubiegen, weil wir dort zum Abschluß der Pyramiden das Maya-Museum noch sehen wollen. Wir finden leicht das Hotel „Ucum“, wo wir einen Raum 270Pesos bekommen. Es ist gleich um die Ecke vom Museum (56Pesos/Person), was wir nach dem Wäsche-Wegbringen besuchen.

Es zeigt viele Maya-Tempel als Reproduktionen, genauso wie Stelen, Glyphen und Teilstücke, was manches noch einmal richtig anschaulich macht. Sehr beeindruckend auch die Teilstücke der letzten erhaltenen Mayaschriften. Thorben macht sich an einer gut gemachten interaktiven Touchscreen mit der Maya-Zählweise vertraut.

Danach schlendern wir die Straße hinunter, es gibt aber für uns nichts her. Dann müssen wir uns sputen, um unsere Wäsche wieder abzuholen, da morgen alles zu hat. Die Essenssuche gestaltet sich etwas schwierig. Obwohl mitten in der Stadt, finden wir nur zwei kleine Commodores. Auf einen fällt unsere Wahl und wir bereuen es nicht. Nachtisch Paletas für alle und als Abschluß für uns ein Bier im Hof des Hotels.


Bacalar20.01.2013, Sonntag (45km)
Chetumal – Bacalar
Am Markt frühstücken wir gut, dann fahren wir an der Cenote Azul (ein großer Teich) vorbei nach Bacalar. Wir wollen über Mittag eine Pause im „Freibad“ des wunderbar türkis leuchtenden Sees machen, essen noch eine Guacamole und eine Fisch/Fleischplatte für einen gutem Preis im Badrestaurant und entschließen uns schließlich hier eine Nacht zu bleiben. Die Kinder haben so einen Spaß am Wasser und uns gefällt es auch. Ich checke im nahegelegenen Hotel „El Paraiso“ (650Pesos) und wir hängen noch den Nachmittag im Bad ab. Thorben macht sich noch ganz gut beim Kanufahren, dafür ist Rieke komplett angstfrei beim Rutschen auf der großen, ziemlich schnellen Rutsche. Leider bedeckt es sich am Nachmittag leicht, so daß der See seine schöne Farbe verliert (der See ist bekannt unter dem Namen „der See der sieben Farben“). Das tut dem Badespaß im warmen Wasser aber keinen Abbruch.

Das Mittagessen war so reichhaltig, daß wir abends nur noch Kleinigkeiten am Zocalo essen. Die Suche nach einem Bier ist erfolglos. So legen wir uns mit unserem komplett kaputten, und damit nöligen Kindern ins Bett.

21.01.2013, Montag
Bacalar
Auf der Suche nach Frühstück bleiben wir wieder bei dem „In Chi Ich“ hängen, wo es ein sehr gutes Frühstück mit richtigem Kaffee gibt. Hier werden wir von einem „Piraten“ angesprochen, ob wir nicht an seiner Piratentour teilnehmen wollen, einer Segeltour durch die Lagune für 1200Pesos für 6 Stunden. Da wir uns vorher schon entschlossen hatten, hier noch einen Tag zu bleiben und bei Jim (einem Nachbarn der immer noch vollen „Hotel Carolina“) für 450Pesos ein Zimmer genommen haben, nehmen wir sein Angebot gerne an.

 Deswegen gibt es heute eine Mittagspause. Um 14:30 werden wir mit dem Taxi abgeholt und zum anderen Ende des Ortes gebracht. Dort entern wir Piratentourmit einem mexikanischen Paar die 8-Meter-Jolle und legen ab. Es ist nicht viel Wind, aber wir schaffen es langsam zum Eingangskanal zur Lagune. Dort waten wir etwas herum, versinken teilweise in den Schlammlöchern hüfttief. Hier kamen damals die Piraten in die Lagune. Auf dem Weg zur Vogelinsel versagt das bißchen Wind endgültig. Die Crew versucht die tote Zeit durch Obstplatte und Abendessen zu verkürzen. Mit dem Paddel geht es die letzten Meter voran. Wir sehen noch einige Schwärme Vögel zur Insel fliegen, aber viel sieht man nicht. Plötzlich kommt etwas Wind auf, und wir machen uns sofort auf den Rückweg. Um 19:30 legen wir nebenan an und gehen von Bord. Was für eine ereignisreiche Fahrt, etwas Wind wäre spannender gewesen, aber für die Kinder war das als Einstiegserlebnis ausreichend und sie haben es genossen.

Auf der Terrasse sitzen fällt wegen der Mücken leider aus, so lesen wir noch im Zimmer.

22.01.2013, Dienstag
Bacalar
Die Kinder wünschen sich inständig noch länger zu bleiben ebenso wie Antje. So lasse ich mich überreden, und wir hängen hier noch einen Tag zum Faulenzen dran. Das Frühstück nehmen wir wieder im leicht chaotischen „Chi Ich“. Die kaum Wasser-spendende Dusche ersetze ich durch ein anschließendes Bad im See. Die Kinder toben sich die ganze Zeit mit Kanu und Ruderboot im recht übersichtlichen Uferbereich aus, der recht frische Wind treibt die Boote immer wieder ans Ufer.

So hängen wir den Tag ab und suchen abends eigentlich ein Fischrestaurant, bleiben aber mangels Angebot im „El Meson“ oberhalb von Jim's und essen dort sehr lecker authentisch.


Strasse23.01.2013, Mittwoch (150km)
Bacalar – Mahahual
Morgen lädt uns Jim sogar noch zum Frühstück zu sich ein und reduziert zusätzlich auch noch den Übernachtungspreis auf 600Pesos für zwei Nächte. Die schlechte Nachricht ist, daß es in der Nacht angefangen hat dauerhaft zu regnen und nicht wieder aufhört. Wir fahren nach Mahahual in der Hoffnung, daß es am Strand etwas besser ist.

Dort schauen wir uns den traurig wirkenden, weil größtenteils geschlossenen „Outletbereich“ der Kreuzfahrtschiffe an. Einfacher Souvenierkrempel, alles ausgezeichnet in $. Wir fahren noch in den kleinen Ort, aber der ist genauso schlimm, alles auf amerikanische Touristen ausgerichtet, die mit Taxis oder Golf-Karts einen kurzen Ausflug ins „real-Mexico“ machen. Es nervt, wir haben nicht einmal Lust zum Übernachten mit dem Hintergrund, daß diese Schiffe in der Regel nur über Nacht bleiben.

Wir fahren ein Stück den Weg Richtung Xcalat rein, aber trauen uns nicht weiter, als wir auf wegbreite Pfützen treffen. So fahren wir zurück, finden heraus, daß es noch einen Weg außen herum gibt und fahren diese gut ausgebaute Straße. Plötzlich sehen wir ein Hinweisschild Richtung Strand Cabanas und folgen ihm. An der Strandstraße angekommen, bietet sich wieder das gleiche Bild. Wir klappern eine Cabana nach der anderen ab für 5km, fahren dabei auch durch mehrere achstiefe Pfützen, haben aber überall nur Mißerfolge wegen Keine-Räume, Geschlossen, kein Essen, zu-schmutzig bis wir ans „Maya Luna“ kommen, die ein große Cabana für uns haben (1100Pesos inkl. Frühstück). Wir nehmen sie, um unsere Odyssee ein Ende zu setzen.

Die Kinder stürzen ans Wasser und spielen im teilweise immer noch fallenden Regen. Den Rest des Abends essen wir das recht europäische mexikanische Essen der deutschen Pächter und kämpfen den aussichtslosen Kampf gegen die Mücken.

24.01.2013, Donnerstag (360km)
Mahahual – Puerto Morelos
Da Antje die Krise mit den Mücken bekommt und es immer noch schlechtes Wetter ist, auch wenn zumindest trotz nächtlicher starker Schauer morgens trocken, entschließen wir uns dem Karibiktraum ein Ende zu setzen und direkt nach Puerto Morelos zu fahren. Nach einem super (deutschem) Frühstück fahren wir weiter durch die großen Pfützen nach Majahual und zurück zur Hauptstraße.

Nach einer langweiligen Fahrt nach Tulum essen wir dort im „Castello“, dem Fischrestaurant, das wir schon bei unserem vorherigen Aufenthalt beglückt hatten. Beim späteren Schlendern die Hauptstraße entlang wundern wir uns aufs neue, wieso wir uns „damals“ im „Lobo Inn“ einquartiert hatten, wo es doch so viele nett aussehende Hotels gibt. Danach geben wir dem Dephinpark noch eine Chance, flüchten aber nach kurzem Verweilen vor dem leichten Regen. Lohnt sich aber nicht wirklich.

10km vor Puerto Morelos türmt sich vor uns plötzlich eine schwarze Wolkenwand auf und kurz darauf fahren wir im starken Regen. Im strömenden Regen suchen wir, ob wir vielleicht noch eine Alternative zu der „Hacienda Morelos“ finden, die den Nachteil des nicht vorhandenen Restaurants hat. Wir stoßen auf das „Ojo de Aqua“, das in der gleichen Kategorie ist, sich nördlich des Zocalo befindet. Das Restaurant hat leider nur bis 18:00 offen, aber wenigstens könnten wir dort etwas über Tag bekommen. Für die letzten vier Nächte bietet man uns 850Pesos bei Kreditkartenzahlung, 50Pesos weniger pro Nacht bei Cash. Wir nehmen es.

Abends essen wir in der kleinen Lancheria „El Tio“ um die Ecke vom Zocalo, brauchbar und annehmbar vom Preis. Wir müssen uns erst einmal wieder an die Küstenpreise gewöhnen.

25.01.2013, Freitag
Puerto Morelos
Wir frühstücken wieder im „El Panza es Primero“ für 150Pesos, diesmal ist man allerdings nicht so großzügig mit Toastnachschub. Danach Strand für die Kinder, es ist windig und es ziehen immer wieder Wolken durch, aber es ist warm. Mittags gibt es am Straßenlokal in der Nähe gegrilltes Huhn mit Frejoles und Guacamole für 130Pesos und danach ein Eis. Auch das ist deutlich teurer als Palenque, hier kosten die Paletas 15Pesos, dort nur 7Pesos.

Wir zweifeln zwischenzeitlich an unserem Gedächtnis, aber nach T-Shirts schauen, Churros-Essen und Preistafeln durchschauen haben wir immer mehr die Gewißheit, daß die Preise seit unserem ersten Besuch vor drei Wochen sich alle erhöht haben. T-Shirt damals ca. 100Pesos, jetzt 150-170, Churros 25Pesos statt wie damals 15Pesos.

Wir essen im Fischlokal nahe dem Strandfischrestaurant, nicht schlecht, aber auch nicht besonders für 305Pesos. Es gibt allerdings 2 Daiquiries für den Preis von einem = 60Pesos. Das nutzen wir.

26.01.2013, Samstag (80km)
Puerto Morelos
Heute frühstücken wir vor unserem Zimmer, haben uns gestern Brot, Marmelade und Butter gekauft. Antje holt noch Kaffee vom Supermarkt und die Kinder schlagen sich den Bauch voll. Heute ist der Wind moderat und es ist angenehm warmes Sonnenwetter. Wir machen bis Mittag etwas Strand und fahren dann nach Playa del Carmen.

Es ist mindestens so schlimm wie gedacht, eine Tourismusstadt. Vom sowieso nicht breiten Strand wird noch die Hälfte von den Bars eingenommen, auf deren Liegen man trinken oder essen kann. Kurz hinter dem Strand ist eine lange Einkaufsmeile mit noch mehr Restaurants, Bars und Läden, bei denen alles auch in US$, manches auch in € ausgezeichnet ist. Wir kaufen noch ein T-Shirt für Thorben und fahren dann in die Plaza de Americano zum Schauen.

Man fühlt sich sofort an die Shopping Malls in USA erinnert. Wir schauen uns alles an, ich kaufe mir eine Levis für 700Pesos = 42€ (in USA haben die übrigens vor drei Jahren 45US$ regulär gekostet) und Rieke bekommt ein paar Sommerschuhe. Dann geht es zurück zum Hotel, wo die Kinder gerade noch mal an den Strand und in den Pool gehen.

Satt vom Mittag esse nur ich eine Cerviche im „La Playita“, dem Fischrestaurant am Strand für 100Pesos. Die anderen essen Marquesitas (Roll-Crepes) oder Elotes (gekochte Meiskolben). Bis halb zehn setzen wir uns noch neben eine Strandbar, wo Live-Musik gespielt wird. Ein Mexikaner erzählt uns, daß es normalerweise viel wärmer um die Zeit ist, daß sich das seit fünf Jahren geändert hat und daß die starken Regenfälle der letzten Tage sehr ungewöhnlich sind. Die Kinder spielen die ganze Zeit am Strand.

27.01.2013, Sonntag (20km)
Puerto Morelos
Heute ist es wieder bedeckter und windig, damit auch kühler. Pool, Sandspielen, dann mal schauen nach der Tanzvorführung im Mayazentrum in Morelo Pueblo, was wir aber nicht finden. Wir tanken noch ein paar Liter, um auch wieder zum Flughafen zu kommen.

Abends wollen wir zum Abschluß noch mal Fisch Essen gehen und nehmen noch einmal das „La Playita“, wo wir einen großen Fisch für uns alle nehmen. Wir werden mehr als satt für 315Pesos inklusive Cocktails. Am Zocalo ist nicht viel los, die Wochenendtouristen sind weg und auch die ganzen Bewohner der Ferienwohnungen scheinen zu Hause zu sein. Auch in den Bars, wo am Wochenende immer Musik und viel los war, ist es jetzt ruhig.

28.01.2013, Montag (100km)
Puerto Morelos – Harxheim
Nach ein bißchen Pool kommt auch bei den Kindern der Wunsch nach Abfahrt auf. Angesichts des bevorstehenden Endes der Reise sind sie auch unruhig. Wir wollen uns noch Cancun anschauen, da wir genug Zeit haben, der Flug geht erst um 20:25. Auf dem Weg haben wir glatt noch einen Platten, haben aber Glück und können noch den letzten Kilometer auf eine Tankstelle rollen und uns die schmutzigen Hände ersparen.

Cancun ist eher enttäuschend, jedenfalls der als Innenstadt gekennzeichnete Teil. Ein paar armseelige Touristenläden, vielleicht wäre auf der „Zona Hoteleria“ mehr, aber dazu haben wir keine Lust. Wir fahren zu einem außerhalb liegenden Shopping Center, um die letzten Stunden im Kühlen zu verbringen, da es heute mal wieder besonders warm ist. Aber die großartig aussehende Mall mit dem Sam's Club stellt sich nur als in der knalligen Sonne liegende Ladenzeile heraus. So fahren wir ein Stück zurück zu der auch hier präsenten „Plaza Americana“, wo wir noch etwas auskühlen.

Fahrzeugabgabe geht ohne Probleme, Reifenschäden hatte ich zum Glück mitversichert. Der Check-in dauert lange, es ist trotz frühem Erscheinen viel los. Antje sucht noch verzweifelt etwas fleischfreies günstiges zu Essen, da sie befürchtet im Flieger nur Fleischkost zu bekommen (was erstens schwierig ist und zweitens überflüssig, da es später Gemüsenudeln gibt). Condor verlangt für vegetarische Essen 15€ Aufpreis. Der Rückflug ist deutlich kürzer, da uns der Jetstream ordentlich anschiebt. Wir sind sogar vor der Zeit, als wir nach 9:35 Stunden in Frankfurt bei leichtem Regen landen. Wir sind so früh, daß wir auf den Shuttleservice, den wir bestellt hatten, warten müssen. Zum Glück sind die Temperaturen auf 12°C gegenüber den letzten Wochen deutlich gestiegen. Nur unser Haus hat sich innerhalb der letzten zwei Tage (die Heizung war bis dahin komplett aus) von den 8,5°C noch nicht endgültig wieder auf Normaltemperatur aufgeheizt. Aber ordentliches Kamin-Anheizen hilft.


Meine erste Reise in Mittel/Südamerika. Es war schön und interessant, wir haben viel gesehen, konnten auch am Strand relaxen. Es war von allem etwas dabei. Essen ist lecker, auch wenn ich nach vier Wochen immer noch nicht die Logik der ganzen Essenbezeichnungen verstanden habe. Aber im Prinzip ist alles auf Tortillabasis. Auch die Kinder haben sich mit der Zeit (nach einer ersten Zeit der Essverweigerung) mit manchen Essen arrangiert, vielleicht auch weil wir Quessadillas als Käse-Pfannkuchen bezeichnet haben. Schärfe war jedenfalls nicht das Problem. Wir haben fast nur in Lancherias oder Commodores gegessen, und haben dabei nur gute Erfahrungen gemacht. Trotz Hochsaison war es auch nie ein Problem, ein Hotel zu bekommen. Wir haben nach der ersten Reservierung für Tulum damit aufgehört. Als Reiseführer hatten wir den Yucatan/Chiapas Führer von Reiseknowhow. Die Hotelpreise und Beschreibungen waren teilweise sehr veraltet, obwohl wir ihn extra gekauft hatten, weil er von 2012 war. Die Beschreibungen der ganzen Mayastätten waren dahingegen einwandfrei und hilfreich.

Die Kombination Mietwagen/Hotel war aus unserer Sicht eine gute Lösung für Mexiko. Man kann zwar alle Stätten auch mit den Collectivos erreichen, aber man braucht erheblich mehr Zeit, da sie teilweise nicht an den Hauptfahrrouten liegen und diese Nahverkehrsmittel dort nur selten vorbei fahren. Machbar ist es aber. Wir sind ca. 3400km gefahren. Campen ist nichts für Mexiko. Wenn wir Campingplätze gesehen haben, waren es eher Wohnmobil-Stellplätze. Den Mietwagen haben wir über billiger-mietwagen.de gebucht. Aufgrund von Kundenbewertungen haben wir nicht den billigsten, sondern Alama genommen. Das klappte einwandfrei, auch wenn ich unter Kompaktklasse etwas anderes verstehe als einen VW Gol mit Steilheck, wo wir unser Gepäck gerade eben unter bekommen haben. Wir hatten wieder relativ sparsam Gespäck mit, einen Koffer, einen Rucksack und einen kleinen Rucksack für jederzeit greifbare Schwimmsachen (gut für Cenote-Besuche). Die Kindersitze werden zum Glück noch umsonst von den Fluggesellschaften mit genommen. Die einzige Airline, die direkt Frankfurt-Cancun fliegt, ist Condor.

Für die Hotels habe ich unten eine Liste mit groben Bewertungen gemacht, wir hatten aber außer dem Bike Hostel in Tulum keinen groben Ausrutscher im Rahmen des Angebotes. Aber wie immer empfiehlt es sich, sich die Zimmer zeigen zu lassen. Die Preise schwankten zwischen 270 und 1350Pesos (teilweise mit Frühstück). Ich hatte mit meinem Netbook nie ein Problem Kontakt ins Internet aufzunehmen, alle Hotels hatten WiFi. Wir haben Hotels mit Pool favorisiert, um den Kinder eine „Entschädigung“ für das umfangreiche Kulturprogramm zu geben, sprich sich von den Pyramiden zu erholen. Das hat sich bewährt. Für die Kinder hatten wir auch Musik aufs Smartphone gespielt, was wir auf längeren Etappen dann über die Kopfhörer (sowieso gut für das Flugzeug, da dort ansonsten kostenpflichtig) anbieten konnten. Ein paar Bilderbücher, ein dickes zum Vorlesen und natürlich Strandsachen gehörten mit zur Kinderausrüstung.

Von den Kosten her, war diese Reise etwas höher als die in Thailand letztes Jahr (ebenfalls vier Wochen), lagen von Lebenshaltung und Auto auf dem Niveau von der Türkei. Wir haben für die Flüge 2900€ bezahlt, der Mietwagen für vier Wochen schlug nochmals mit 920€ zu Buche (plus Benzin nochmals 2700Pesos = 160€, Benzinpreis ca. 0,65c/l). Die Gesamtausgaben für Hotels und Essen waren 2625€. Bei unseren Hotels hatten wir eine Preisspanne für ein Doppelzimmer mit mind. zwei Queensize Betten von 270 bis 1350Pesos. Der Kurs schwankte für die Dauer unserer Reise bei 6c/1Peso. Die Eintrittsgelder für die Mayastätten schwankten zwischen 40 und 190Pesos, abhängig von der Bekanntheit der Anlage, nicht von der Schönheit. Unsere Kinder mußten zum Glück nichts zahlen, ein nicht zu vernachlässigender Faktor.

Ein paar Preisbeispiele – für ein Glas Limonade aus frischen Limonen zahlt man 15Pesos, für eine Karaffe etwa 40Pesos. Ein Milchshake kostet 30Pesos, ein Bier oder ein frischer Fruchtsaft ebenfalls maximal 30Pesos (im Laden 12Pesos). Ein halber Liter Wasser schlägt mit 12-15Pesos zu Buche. Für ein Essen für uns vier zahlten wir 170-250Pesos, solange kein Fisch gewünscht war. Eine Quesadilla kostet 15Pesos, Guacamole ebenso wie Burritos 40Pesos. Für ein Gericht sind 50-80Pesos fällig. Nach oben sind je nach Wahl der Lokalität keine Grenzen.

Eric Thane
Februar 2013


UNTERKÜNFTE

Puerto Morelos: Hotel Hacienda Morelos
Preis OK, kein Frühstück, sauber mit Pool und Meerzugang

Tulum: Bike Hotel Lob Inn
Preis in Anbetracht des Gebotenen zu hoch, brauchbares Frühstück inklusive, verwohntes Packpacker Hotel ausgerichtet auf Einzelreisende

Coba: Hotel Sac Bee
Preis inkl. Frühstück super, sauber, nett, zur Zeit eines der wenigen Hotels in Coba

Piste/Chichen Itza: Hotel Alba Dolores
Preis ohne Frühstück OK, mit Pool, Straßenlärm nur über Tag

Tecoh: Hotel Na Luum
Preis inkl. Frühstück zu hoch, hat Anspruch von höherem, ist aber in der Pampa und trotzdem Lärm von Fernverkehrsstraße

Oxkutzcab: Hotel Puuc
Preis ohne Frühstück günstig, sauber, mit Parkplatz und nahe des Zocalo und mit Pool

St. Elena/Uxmal: Hotel Pickled Onion
Preis ohne Frühstück sehr gut, sehr schön, sauber, freundlich mit Pool

Campochon: Hotel Gemini
Preis OK, ohne Frühstück, in der Stadt und mit Parkplatz, aber mit Pool, sauber

Palenque: Hotel Palenque
Preis inkl. (schlechtem) Frühstück sehr gut, schöner Pool, nahe Zocal mit Parkplatz

Frontera Crozal: Possada Lisbeth
Preis ohne Frühstück OK, für den Grenzort eigentlich zu hoch, sauber

Palenque: Hotel Quinta Avenida
Preis ohne Frühstück sehr gut, schattiger und kalter Pool, nahe Zocalo aber mit Parkplatz

Xpujil/Calakmul: Hotel Victoria
Preis ohne Frühstück super, sauber, mitten im Ort, aber laut durch die Straße

Calakmul: Hotel Sac Be Dreams
Preis ohne Frühstück zu hoch, Straßenlärm durch die nahe Fernstraße, Ambiente nett, westliches Essen zu westlichen Preisen

Chetumal: Hotel Ucum
Preis ohne Frühstück extrem günstig, sauber, zentral gelegen

Bacalar: Hotel El Paraiso
Preis OK ohne Frühstück, sauber aber ohne Pool mit Seezugang, Laufnähe zu Zocalo

Bacalar: Jim's
Preis ohne Frühstück sehr günstig, nicht offiziell, direkter Seezugang, Laufnähe zu Zocalo

Mahahual: Hotel Maya Luna
Preis hoch inkl. Frühstück, Essen westlich ausgerichtet, Lage direkt am Strand schön, aber mit Mücken

Puerto Morelos: Hotel Ojo de Aqua
Preis OK ohne Frühstück, Pool und Meerzugang, sauber